Autoren-Interview mit... Andreas Götz

 

Heute steht der Autor der beiden Jugend-Thriller "Stirb leise, mein Engel" und "Hörst du den Tod?" im Mittelpunkt.

Andreas Götz erzählt im Interview über seine Bücher, seine Kindheit als Karl May-Fan und über "Game of Thrones" ;-)
Seid gespannt!

 

 

Andreas Götz, geboren 1965, studierte Germanistik und arbeitet als freier Autor von Hörspielen für mehrere Rundfunkanstalten, als Journalist und Übersetzer. »Stirb leise, mein Engel« und „Hörst du den Tod?“ sind seine ersten Romane für junge Erwachsene: zwei Thriller der Extraklasse.



Bevor es nun das Interview zu lesen gibt, seht ihr hier noch seine zwei bisher veröffentlichten Bücher:




Und nun: Viel Spaß beim Lesen!!!



1. Stell dich doch mal für die Leser vor, die dich noch nicht so kennen!

Ich bin Autor mit Leib und Seele, mit Herz und Verstand. Neben Büchern schreibe ich auch Hörspiele. Ich interessiere mich für Menschen und versuche, alles zu verstehen und so wenig wie möglich zu urteilen.



2. Autor sein: Was bedeutet das für dich?

Da ich hauptberuflich Autor bin, bedeutet es für mich zunächst einmal: Arbeit. Das heißt, ich muss auch Sachen schreiben, die nur dazu dienen, mir die Brötchen zu verdienen. Dafür verwende ich verschiedene Pseudonyme. Obwohl das Schreiben also nicht immer nur reines Vergnügen war und ist, habe ich nie an meiner Wahl gezweifelt. Denn dieser Beruf ermöglicht es mir, mich mit Erscheinungen und Fragen zu beschäftigen, die mir wichtig sind, und diese in Geschichten zu verpacken, die mir Spaß machen. Und hoffentlich auch den Lesern.



3. Wann hast du dein erstes Buch geschrieben?

Meinen ersten Roman habe ich ungefähr mit zehn oder elf Jahren geschrieben. Mit der Hand, aber in Druckbuchstaben. Und danach hab ich die Blätter selbst zusammengeheftet und mit einem Cover versehen. Auflage: 1 Stück. Damals war ich ein totaler Karl-May-Fan, und deshalb war dieser erste Roman natürlich ein Western.



4. Woher stammen deine Ideen für deine Bücher? Und warum schreibst du gerade Jugendbücher im Bereich "Thriller"? ;-)

Die Ideen kommen aus den unterschiedlichsten Quellen. Oft sind es Beobachtungen, die etwas auslösen. Es kann zum Beispiel auch eine Zeitungsmeldung sein. Dann kommt die Frage auf: Was wäre wenn? Thriller finde ich deshalb interessant, weil ich in diesem Genre die Figuren in extremen Situationen zeigen kann. Die Entscheidung, für Jugendliche zu schreiben, hatte natürlich auch damit zu tun, dass für diese Zielgruppe Geschichten, wie ich sie anzubieten hatte, gesucht wurden. Im Grunde aber ist die Frage, ob ein Buch für Jugendliche oder für Erwachsene sein soll, für mich gar nicht so wichtig. Zumindest fühlte ich mich beim Schreiben nicht eingeschränkt, wenn das Zielpublikum Jugendliche sind, weil die Themen, die mich interessieren, für Jugendliche wie Erwachsene gleichermaßen relevant sind.



5. Wer macht die Cover zu deinen Büchern? Schlägst du da etwas vor oder erwartest du selbst gespannt das fertige Werk?

Die Cover werden von professionellen Grafikern in Absprache mit dem Verlag gemacht. Mit Vorschlägen halte ich mich zurück, weil ich diese Arbeit lieber Leuten überlasse, die was davon verstehen. Dennoch bin ich in diesen Prozess eingebunden, und wenn ich eine Idee habe, bringe ich die ein. Ich habe dabei aber nicht die letzte Entscheidung. Die liegt beim Verlag.



6. Krimi oder Fantasy - Welche Bücher stehen bei dir zu Hause im Regal?

Bei mir stehen vor allem sehr viele Bücher im Regal, die man als „allgemeine Belletristik“ bezeichnen würde. Die Großen der Literatur, sowohl aktuelle Autoren wie Klassiker. Aber natürlich gibt es auch viele Krimis und Thriller. Das Fantasy-Genre mag ich vor allem als Film sehr gerne. Ich bin z. B. ein großer Fan von „Game of Thrones“. Dass ich bisher weniger die Bücher gelesen habe, hat einen eher profanen Grund: Fantasy-Bücher sind sehr umfangreich, oft handelt es sich um Serien mit vielen Bänden. Und ich bin ein eher langsamer Leser! Aber trotzdem gibt es den Vorsatz, irgendwann zumindest die Klassiker des Genres auch in Buchform zu genießen.



7. Wie kamst du dazu, deinen ersten Jugend-Psycho-Thriller "Stirb leise, mein Engel" zu schreiben?

Die Idee mit den Selbstmorden war schon relativ alt. Ich hatte nur lange Zeit keine überzeugende Auflösung dafür. Das ist manchmal so, es kann eine Weile dauern, bis sich eines zum anderen fügt. Die Geduld muss man eben haben. Dass es ausgerechnet ein Thriller für Jugendliche wurde, war nicht vorherzusehen. Für Jugendliche zu schreiben ist mir lange nicht in den Sinn gekommen. Nicht, weil mir das zu simpel erschienen wäre, sondern im Gegenteil: Ich war mir nicht sicher, ob ich den richtigen Ton treffe, die passenden Themen habe. Eine befreundete Autorin, die für Erwachsene und Jugendliche schreibt, hat mich ermutigt, es doch einfach mal zu probieren. Und ich war selbst erstaunt, wie gut es zu mir passt.



8. Mit "Hörst du den Tod" ist dein neuestes Buch auf den Markt gekommen. Wie entstand dieses Buch (Story, Charaktere, etc.)?


Angefangen hat es mit einem Zeitungsartikel über eine Abteilung beim BKA, die auf die Auswertung von akustischen Beweisen spezialisiert ist. Aber da es wieder ein Thriller für Jugendliche werden sollte, war das natürlich ein wenig interessantes Setting. Aus diesem Dilemma rettete mich die Idee, einen Jungen in den Mittelpunkt zu stellen, der Sachen hört, die sonst niemand hört. Für mich stehen immer die Figuren im Mittelpunkt, deshalb habe ich mich zum einen gefragt: Was hat so jemand für ein Problem? Die andere Frage war: Wie sieht der passende Gegenspieler aus? Es war von Anfang an klar, dass das Hören die Verbindung zwischen beiden sein muss. Daraus ergibt sich erst alles Weitere. Die Story zu entwickeln, ist natürlich viel Planungsarbeit, wobei ich nicht zu denen gehöre, die alles genau ausarbeiten, ehe sie mit dem Schreiben beginnen. Ich muss schon relativ früh in den Text gehen, weil ich nur so die Atmosphäre erspüren kann. Die Konstruktion der Handlung ergibt sich dann, Irrwege inklusive. Das bedeutet, ich habe am Ende eine Vielzahl von Anläufen und Fassungen.



9. Wie schafft man es, den Bogen von Anfang bis zum Ende zu spannen ohne Spannung, logische Fehler, etc. einzubauen?


Wie gesagt, da gibt es verschiedene Wege. Die einen planen alles sehr genau. Ich plane auch, fange aber schon früh an zu schreiben. Natürlich weiß ich auch da schon, wer der Täter ist, aber ich kenne noch nicht alle Fährten, manchmal ergeben sich auch erst im Lauf des Schreibens die genauen Beziehungen zwischen Figuren. Oder ich merke, dass es so, wie ich es mir gedacht habe, nicht geht. Es kommt auch vor, dass ich als Autor selbst von meinen Figuren überrascht werde. Ganz zum Schluss wird alles geglättet und bereinigt. Und schließlich gibt es noch befreundete Autoren, die testlesen, sowie – last not least – meine wunderbare Lektorin im Oetinger Verlag, die noch einmal jedes Wort umdreht.



10. Wann dürfen wir wieder ein Buch von dir lesen? Nimmst du dir auch mal andere Genres oder Altersgruppen vor?


Ich bin gerade dabei, meinen dritten Jugendroman zu schreiben. Es wird wieder ein Spannungsroman sein, in dem es um ein Verbrechen geht, doch etwas anders als in den ersten beiden Büchern. Daneben gibt es auch Projekte für erwachsene Leser. Am weitesten gediehen ist dabei eine Komödie, die zwar nicht gerade ins Fantasy-Genre gehört, aber ein sehr starkes fantastisches Element besitzt.



11. Mein Lieblingsbuch aus Kindertagen ist...


Die Lieblingsbücher meiner Kindheit sind heutzutage zwar nicht mehr unbedingt meine Lieblingsbücher, aber wenn ich an sie denke, regt sich doch ein nostalgisches Gefühl. Ich war ein leidenschaftlicher Karl-May-Leser, und die Winnetou-Trilogie stand natürlich über allem, besonders Winnetou 1. Aber auch die Orient-Romane habe ich sehr gerne gelesen.



12. Abschlussfrage: Youtube-Blog oder die schriftliche Form?

Beides hat was für sich. Die schriftliche Form ist für den Leser schneller aufzunehmen, das Youtube-Blog lässt die Persönlichkeit des Bloggers deutlicher hervortreten. Daher ein klares Sowohl-als-auch.



13. Abschlussfrage²: E-Book oder "echtes" Buch?


Ich habe erst seit kurzem einen Reader. Ich habe mich lange gesträubt, weil ich dachte: Ich sitze eh schon so viel am Bildschirm. Es ist aber doch erfreulich anders als am Bildschirm zu lesen. Ansonsten sehe ich es pragmatisch: Für unterwegs sind E-books super! Und nicht alle Bücher, die ich lese, muss ich auch im Regal stehen haben. Aber einige – viel zu viele! – eben doch. Deshalb quillt mein Bücherregal schon lange über.




Vielen Dank, Andreas, für die Beantwortung meiner Fragen! :-)


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Kommentare: 1
  • #1

    Ascari (Donnerstag, 26 Februar 2015 09:23)

    Hi!

    "Stirb leise, mein Engel" habe ich seinerzeit als E-Book gratis im Store von Apple abstauben können. Seither liegt es auf meinem SuB ... Nach dem Lesen dieses sympathischen Interviews wird es nun sicher nach vorne rutschen :).

    Liebe Grüße und danke!
    Ascari