Autoren-Interview mit... Kaja Bergmann


Heute zu Gast: Autorin Kaja Bergmann, die erst vor kurzem ihr neues Buch "Mnemophobia" im Verlag veröffentlicht hat.

Heute steht sie mir Frage und Antwort, verrät euch, was sie unter ihrem Beruf versteht, wie ihre Bücher entstanden sind und, dass sie unter Umständen "Harry Potter" mag... ;-) Aber seht doch selbst:


Kaja Bergmann, Jahrgang 1992, studiert derzeit Germanistik in Marburg. Nach ihrem erfolgreichen Debüt „Gabriel“, erschienen 2013 bei Bookspot, präsentierte die junge Autorin mit „Der Mephisto-Deal“ einen weiteren spannenden All-Age-Thriller. Auch ihr neuer Roman „Mnemophobia“ wird Leser ab 14 Jahren mit unerwarteten Wendungen fesseln.



1. Beschreibe dich doch mal für die Leser, die dich (noch) nicht so kennen!

Ok, ich versuch's mal ... ^^ Ich bin Kaja, 23 und mag den Monat November. Und Apfelkuchen-Karamell-Tee. Und Apfelkuchen-Karamell-Tee im November! :D Yeej, die nächsten 23 Tage werden super! :D


2. Wie kamst du eigentlich zum Schreiben? Erinnerst du dich noch daran, wann du angefangen hast, dein erstes Buch zu schreiben?

Oh, das hat in der Grundschule angefangen: Wir hatten damals ein "Geschichtsheft". Und unser Klassenlehrer hatte ein kleines, blaues Samtsäckchen, in dem ganz viele Papierstreifen steckten, auf denen jeweils ein Substantiv stand. Am Ende einiger Stunden durfte ein Schüler nach vorne kommen und drei Begriffe ziehen; aus denen mussten wir dann eine Geschichte zusammenspinnen. Ich hab das immer total geliebt. :)

Hm, also die erste meiner Geschichten, die tatsächlich gedruckt wurde, ist ja "Gabriel". Den habe ich in den Sommerferien zwischen der 12 und 13 geschrieben. :)


3. Autor sein: Was bedeutet das für dich?

Öhm, keine Ahnung ... :D Ich hab irgendwie gar nicht so das Gefühl, dass ich Autor bin. Eher jemand, der gerne Geschichten schreibt, die dann zufällig gedruckt worden sind. :P


4. Woher stammen deine Ideen für deine Bücher?

Ui, das ist total unterschiedlich. Bei Gabriel hatte ich plötzlich einen Satz im Kopf ("Ich wusste nicht, dass ich tot war.") und um diesen Satz herum hat sich dann die ganze Geschichte entwickelt. Für den Mephisto-Deal guck mal bei Frage 11 und für Mnemophobia bei Frage 7. :P


5. Spontan oder Planung - Wie und wo entstehen deine Bücher? Hast du dabei Unterstützung?

Also, Gabriel ist total spontan entstanden; ich hab mich einfach hingesetzt und angefangen zu schreiben. ^^

Beim Mephisto-Deal und bei Mnemophobia hatte ich dann das Gefühl, mir etwas mehr Mühe geben zu müssen, weil nach der Veröffentlichung von Gabriel die Chancen ganz gut standen, dass auch meine nächsten beiden Geschichten veröffentlicht werden. Also hab ich die erst mal komplett durchgeplant und mir auf einem Collegeblock Notizen zum Handlungsaufbau, den Protagonisten, Zeit/Ort usw. gemacht.

Beim Mephisto-Deal hab ich dann auch meine Freunde nach Tipps gefragt: Einer hat für mich den ziegelroten Risspilz herausgesucht, dessen langsam wirkendes Gift total fiese Symptome auslöst; ein anderer kam auf die Idee, Waffeln mit dem Gift zu versetzen; und eine Dritte auf die, einen Requisitenraum in die Schule einzubauen, damit die Protagonisten eine Art Decke o.Ä. finden können. War auf jeden Fall ne ziemlich lustige Sache - ah, ganz vielen lieben Dank übrigens an alle, die mir mal beim Ideensammeln meiner Geschichten geholfen haben! :)


6. Ganz neu rausgekommen ist "Mnemophobia". Warum sollte man diesen Thriller lesen? ;-)

Öhm, gute Frage ... ^^ Weil man's kann? :D Und weil es bei der Geschichte nicht so schlimm ist, wenn man sie nicht mag: Zum einen ist sie super kurz, man ist total schnell durch damit; und zum anderen ist das Cover so wunderschön, dass es sich allein deshalb schon lohnt, das Buch im Schrank stehen zu haben! :D

... oh man, was für ne doofe Antwort. Sorry, mir ist nix Besseres eingefallen! ^^


7. Wie kamst du dazu "Mnemophobia" zu schreiben?

Hm, ich bin irgendwann mal im Internet auf eine Liste mit Phobien gestoßen. Darauf standen krasse Sachen, z.B. "Meleagrisphobie", die Angst vor Truthähnen. Oder "Pentheraphobie", die Angst vor der Stiefmutter. Oder "Papaphobie", die Angst vor dem Papst. Oder eben auch "Mnemophobie", die Angst vor Erinnerungen. Das fand ich super interessant - also, die Angst vor Erinnerungen, nicht die Angst vor dem Papst. :P

Joa, und dann hatte ich noch das Bild eines blinden Malers im Kopf. Also hab ich versucht, die zwei Sachen zusammenzubasteln. :)


8. Du hast einen doch recht besonderen Schreibstil. Ist es dir bewusst und du schreibst gerne so, wie du schreibst - oder würdest du doch lieber anders schreiben?

Das hast du total lieb gesagt, dankeschön! :D Viele mögen meine Art zu schreiben nämlich überhaupt nicht. ^^

Aber doch, ich schreib eigentlich ganz gerne so. :P Es macht halt mega Spaß, alles zu personifizieren, Verben zu sparen und die Figuren ständig die vierte Wand durchbrechen zu lassen. Wobei Nemo das gar nicht macht - aber alle anderen Protagonisten bisher! ^^


9. "Mnemophobia" endet recht dramatisch. Wieso hast du diesen Schluss gewählt?

Ich weiß gar nicht, ob ich mich überhaupt bewusst für den Schluss entschieden habe - es ist halt einfach so passiert. ^^ Aber eigentlich konnte die Geschichte gar nicht anders enden; ab der ersten Szene steuert ja schon alles darauf zu ... :/


10. Fällt es dir schwer Charaktere zu erstellen, wie z.B. Nemo?

Hm, die erstellen sich eher selbst, hab ich das Gefühl. ^^ Bei Nemo war's so, dass ich ursprünglich ja nur einen blinden Maler im Kopf hatte. Als ich mir dann die Geschichte dazu überlegt hatte, war für mich klar, dass Nemo ziemlich unglücklich sein muss. Und der ganze Rest, sein Zynismus, dass er ständig hinfällt, die Suizid-Versuche ... das ist dann einfach beim Schreiben entstanden.


11. Vor "Mnemophobia" hast du schon den "Mephisto-Deal" veröffentlicht. Erzähle uns doch etwas über das Buch und über die Idee, die dahintersteckt.

Okay, also ... es ist eigentlich eine ziemlich klassische Grundstory: Zwei Gruppen gegeneinander, die eine muss die andere töten (bzw. sterben lassen), um selbst zu überleben. Wir hatten damals in Ethik moralische Dilemmata als Thema, was ich ziemlich cool fand - und irgendwie auch frustrierend: Egal, welche Entscheidung du triffst, irgendwie ist sie nie richtig ...

Ich hab dann versucht, ein paar Merkmale eines geschlossenen Dramas in die Geschichte einzubauen (z.B. die Einteilung in 5 Akte, die Einheit von Zeit/Ort, ...) und vor allem, sie nahezu in Echtzeit zu schreiben: Die ganze Geschichte spielt sich nämlich in nur zwei Stunden ab. Und wenn man etwa 2 Stunden braucht, um sie zu lesen, freu ich mich, dann hat's nämlich geklappt! :D

Oh, und weil ich wahnsinnig schlecht darin bin, Handlungen zusammenzufassen, kommt hier ein schicker Link zu einem Trailer:

https://www.youtube.com/watch?v=C4UrZxZ4LfU

Und weil's so schön war, ist hier noch einer: ^^

https://www.youtube.com/watch?v=GXduXYsgDy0


12. Liebesschnulze oder Thriller - Was landet bei dir im Regal, was nicht?

Oh, ich bin schon ganz klar der Thriller-Typ, Liebesschnulzen sind leider nicht so mein Ding ... :P

Aber ich mag auch Jugendromane. Und romantische Literatur (Hoffmann, Poe, ...). Und Kafka. Und HARRY POTTER!! :D


13. Mein Lieblingsbuch aus Kindertagen ist...

... "Nisse beim Friseur". :D

Aber ich mochte auch die Bücher von Astrid Lindgren, Otfried Preußler und Michael Ende. Vor allem Momo und Krabat fand ich super. Und HARRY POTTER!! :D


14. Abschlussfrage: Youtube-Blog oder die schriftliche Form?

Puuh, ich find beides ziemlich cool - Hauptsache, es ist stimmig und man sieht den Bloggern an, dass es ihnen Spaß macht! :) Zu dir passt die schriftliche Form sehr gut, find ich. :) Aber hättest du vor, in Richtung Youtube zu gehen, schau ich mir auch sehr gerne deine Videos an! :D


15. Abschlussfrage²: E-Book oder "echtes" Buch?

Ganz klar "echtes" Buch! :D Ich bin da total old school, es geht einfach nichts über das Gefühl, echte Seiten in der Hand zu haben. :D Allein schon das Geräusch, wenn man sie umblättert ... :) Und auch das Cover wirkt gedruckt meist sehr viel hübscher als auf dem Display, find ich. Bei meinen Büchern ist z.B. immer der Titel hervorgehoben (entweder durch eine Prägung oder durch Glanzlack). Wenn man dann z.B. beim Telefonieren ist und zufällig ein Buch neben sich liegen hat, kann man einen Zettel auf das Cover legen, sachte mit einem Bleistift drüberfahren und - voilà - hat man einen Durchdruck des Schriftzugs! :D Den kann man sich dann ... an die Wand hängen! ^^

Aber ich muss zugeben, dass E-Books ultra praktisch sind; es ist schon krass, wenn Leute in jeder Seminarstunde die Literatur für das komplette Semester dabei haben - und trotzdem weniger schleppen müssen als ich. ^^


Danke, Kaja, für deine ausführlichenund netten Antworten! :)




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