Autoren-Interview mit... Lillith Korn


Heute zu Gast ist Lillith Korn. Sie ist Selfpublisherin und schaffte mit "Better Life: Ausgelöscht" den Durchbruch. Bald soll auch schon der nächste Band der zweiteiligen Sci-Fi-Dystopie erscheinen. Heute steht sie mir aber erstmal Frage und Antwort und erzählt über ihr Vergesslichkeit, Werbesprüche und ihre Entscheidung zum Selfpublishing.

Seid gespannt!



Lillith Korn, geboren im Jahre 1983 im schönen Sardinien. Ihre größten Leidenschaften sind die Künste; die Musik, das Lesen und allen voran das Schreiben selbst. Inzwischen lebt sie in einer der größten Künstlerstädte Deutschlands: Berlin. Und das nicht allein - ihre Hunde treiben sie täglich beim Schreiben von Kurzgeschichten, Romanen und Werbetexten in den Wahnsinn.





Nun aber zum Interview! Viel Spaß euch! :-)




1. Beschreiben dich sich doch mal für deine Leser, die dich (noch) nicht kennen! ;-)

Puh, wer bin ich? *Unter den Zettel auf der Stirn guck* ... Nein, im Ernst: Ich bin 32 Jahre junge WG-Bewohnerin, die in jedes Fettnäpfchen tritt, dass sie irgendwie erwischen kann. Ich habe 2 Hunde, die ich über alles liebe. Wenn ich nicht gerade in Fettnäpfchen trete oder mit den Hunden spazieren gehe, surfe ich auf Facebook herum oder schreibe etwas. :-)



2. Deine beste und schlechteste Eigenschaft?

Hmmm. Die schlechteste Eigenschaft zuerst: Ich bin vergesslich. Wirklich. Ich bin froh, dass ich mich noch nicht selbst irgendwo vergessen habe!
Die beste Eigenschaft: Ich bin ehrlich. Wenn mich etwas oder jemand nervt, sage ich es lieber direkt, als heimlich zu lästern.



3. Autor sein - was bedeutet das für dich?

Autor sein bedeutet für mich, jemanden in meine Welt entführen zu können. Welten, Charaktere zu erschaffen. Und ob man es glaubt oder nicht: Die machen sich sogar manchmal selbstständig. Eine Nebenrolle in meinem Roman wurde plötzlich ein wichtiger Charakter. Hört sich seltsam an, aber das passiert vielen Autoren. :-) Außerdem bedeutet Autor sein für mich, das Schreiben zu lieben und daran zu wachsen, immer neues dazuzulernen.



4. Wie und wo schreibst du deine Bücher?

Ich schreibe meist zu Hause, an meinem Laptop. Aber zum Brainstormen stürme ich gern das Zimmer meiner Mitbewohnerin und verlange sofortige Gehirnzellenaktivierung von ihr. Spontane Ideen kritzele ich sofort in meinen Notizblock - es ist sehr ärgerlich, wenn man das vergisst (ich erinnere: Lillith = vergesslich) und eine gute Idee flöten geht. :-) Wie schreibe ich: Meist spontan. Ich erarbeite mir einige Hintergrundinfos, (wie funktioniert z. B. die Welt in der Zukunft, wie sind meine Charaktere drauf, ...) und ein grobes Grundgerüst. Dann hangele ich mich während des Schreibens daran entlang, doch oft werfe ich alles noch mal um, weil mir neue, bessere Ideen kommen.



5. Mit "Better Life: Ausgelöscht" ist Ihnen der Durchbruch gelungen. Woher stammt deine Idee zu der Geschichte?

Da ich es gut kenne, dass am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig ist, habe ich mir Gedanken darum gemacht, was Menschen alles für Geld tun. Ob Geld glücklich macht oder nicht und wie viel ein Leben wert ist. Ab wann man bereit wäre, sein Leben für Geld und Luxus aufzugeben. Und PLOPP, war sie da, die Idee! Mit dem Thema Trauma und Erinnerungen hatte ich mich sowieso beschäftigt, sodass ich mir zunächst eine Kurzgeschichte "zusammengesponnen" habe. Mein Lektor meinte, ich solle die Idee nicht für eine Kurzgeschichte verpulvern. Ich hörte auf seinen Rat und machte ein Buch daraus. :-)



6. Warum hast du dich gerade für ein SciFi/Dystopie Genre entschieden?

Ich habe das irgendwie gar nicht entschieden. Nur eben das geschrieben, woran ich Spaß hatte, was mir gefiel. Zu "heftiges" Science Fiction mag ich nicht mal unbedingt gerne. Aber die Idee musste einfach raus. :-)



7. Im Buch begegnen wir verschiedenen Protagonisten. Hattest du bei der Charakterwahl reale Menschen als Vorbilder oder sind deine Protagonisten nur in deinem Kopf entstanden?

Oh-oh, frag doch sowas nicht! Nicht, dass noch jemand böse auf mich wird. :-D Also - ich würde sagen, das ist gemischt. Ich habe einiges erfunden und einige Eigenschaften von Leuten, die ich kenne, vermischt. :-) (Unter anderem auch eigene. :-) )



8. Mit "Better Life" soll es ja weitergehen. Ein zweiter Band ist in Arbeit. Wann dürfen wir Leser weiterlesen?

Genau. Ich schreibe derzeit an Band 2 und hoffe, dass ich Ende des Jahres soweit bin. Leider ist es ein wenig schwer, die Bearbeitungszeit vorauszusagen, aber schätze grob: Ende des Jahres/Anfang nächsten Jahres wird es soweit sein. :-)



9. Worauf dürfen wir uns in der fortlaufenden Geschichte noch freuen?

Also gaaaanz viel kann ich noch nicht verraten, aber: Es gibt einen neuen Protagonisten und neue "Nebenrollen". Außerdem sollen natürlich die losen Fäden von Band 1 aufgegriffen und aufgeklärt werden! Es soll ein wenig mehr in die Tiefe gehen. Nicht zu vergessen: Es wird jemand sterben.



10. Würdest du selbst auch mit Hilfe der Organisation ein "Better Life" anstreben?

Nein, auf keinen Fall! Warum? Das erschließt sich ja ganz schnell in dem Buch: Better Life hält nicht so ganz, was es verspricht. Allerdings wäre ich aus Neugier vielleicht zu einem Gespräch gekommen, ähnlich wie Marvin, und dann ... wäre das nicht gut für mich ausgegangen. :-)



11. "Schenken Sie uns Ihren Körper und wir schenken Ihnen 10 unvergessliche Jahre". Wie würden Sie reagieren, wenn Sie diese Werbung tatsächlich heute in Berlin hängen würden sehen?

Ich würde es für einen Werbegag halten, aber mein Interesse wäre mit Sicherheit geweckt. Ich würde nach einer Internetadresse suchen und mindestens mal schauen gehen, was es damit auf sich hat! Und dann würde ich googeln wie eine Irre und Erfahrungsberichte suchen.



12. Du bist Selfpublisher. Warum? ;-)

Ich habe mich da ganz bewusst für entschieden, weil ich den ganzen Prozess einmal selbst erleben wollte. (Also ich habe mich gar nicht erst bei einem Verlag beworben.) Es ist auf jeden Fall spannend! Jetzt weiß ich, wie man den Buchsatz macht, wie man sein Buch hochlädt, wie eine Blogtour funktioniert und so weiter. Leider ist es kostspielig, wenn man sich ein Lektorat/Korrektorat nimmt und einen Coverdesigner beauftragt, das ist eben der Nachteil. Aber zurück zu den Vorteilen: Ich kann mein Buch jederzeit bearbeiten und behalte alle Rechte, ich habe ganz tolle und interessante Kontakte geknüpft und ... es ist auch ein tolles Gefühl, Selfpublisher zu sein, etwas alleine zu schaffen! Gegen einen guten Verlagsvertrag (also mit Konditionen, die in Ordnung sind) hätte ich aber auch nichts, weil ich mehr Zeit für das Schreiben an sich aufwenden könnte, weniger Unkosten hätte und es klasse wäre, wenn das eigene Buch mal in der Buchhandlung landet. :-)



13. Zu dir als Leserin: Krimi oder Liebesgeschichte? Was landet bei dir im Regal und was nicht?

Was bei mir nicht im Regal landet, ist Erotik. Das ist einfach nicht meins. Auch Liebesgeschichten nerven mich oft. Wenn sie aber mit einer tollen Geschichte verwoben sind, können sie mich eventuell doch begeistern, also da kommt es ganz darauf an. Meine Lieblings Lese-Genres sind Thriller, Dystopien und Fantasy. (Aber bei High Fantasy werde ich dann wieder kritisch, es darf nicht alles tausende Male beschrieben werden :-) Also, es darf - aber dann lese ich es nicht :D )



14. Dein Lieblingsbuch aus Kindertagen?

Wie soll ich mich da entscheiden? Ich kann nicht. Ich MUSS mehr nennen. :-) Die Abenteuer des Huckleberry Finn, die rote Zora, die unendliche Geschichte, Momo.



15. Ebook oder echtes Buch?

Ich ziehe echte Bücher vor :-) Aber Ebooks sind auch praktisch, wenn man was zum Lesen unterwegs braucht und nicht schleppen will. Oder für die Schnäppchenjagd.



Vielen lieben Dank, Lillith, für deine tollen Antworten!! :-)



Kommentar schreiben

Kommentare: 0