Autoren-Interview mit... Markus Heitz

 

Nach etwas längerer Pause gibt es wieder einmal ein Autoren-Interview. Dieses Mal darf ich ganz herzlich Markus Heitz begrüßen, Deutschlands größter Fantasy-Autor. Mit Wédōra hat er diesen August 2016 seinen neuesten Fantasy-Roman herausgebracht, der in einer Umgebung voller Sand und Staub spielt.

Im Interview spricht er über die Idee zu Wédōra, seinen Orientierungssinn und die nächsten Projekte.

 

Geboren am 10. Oktober 1971 und schon immer von der seltsamen Idee besessen, eines Tages Schriftsteller zu sein, studierte er zuerst auf Lehramt, um sich intensiv mit der Gegenseite zu beschäftigen. Dann wechselte er zum Magister, weil er den Titel "Meister" als Anrede besser fand, und arbeitete danach mehrere Jahre als freier Journalist für die Saarbrücker Zeitung.
Nebenbei schrieb er diverse Bücher, bis der Erfolg mit einem kleinen Volk, das gerne "Die Zwerge" genannt wird, im Jahr 2004 genug Geld in die Haushaltskasse spülte, um vorerst nur von der Schriftstellerei leben zu können.
Mehr als 40 Büchern entstanden seitdem, pro Jahr kommen mindestens zwei neue Werke dazu. Genres sind vorwiegend Phantastik, Horror und Space Fiction, sogar zwei Kinderbücher und politische Kurzgeschichten in "Kommando Flächenbrand" gesellten sich hinzu.

 

Und um Markus Heitz' aktuelles Buch soll es heute gehen.

 

Im Mittelpunkt einer gigantischen Wüste liegt die schwer befestigte Stadt Wédōra. Sämtliche Handelswege der 15 Länder rings um das Sandmeer kreuzen sich hier, Karawanen, Kaufleute und Reisende finden Wasser und Schutz. In diese Stadt verschlägt es den Halunken Liothan und die Gesetzeshüterin Tomeija.
Doch Wédōra steht kurz vor einem gewaltigen Krieg, denn die Grotte mit der unerschöpflichen Quelle, die die Stadt zum mächtigen Handelszentrum hat aufsteigen lassen, war einst das größte Heiligtum der Wüstenvölker. Nun rufen die geheimnisvollen Stämme der Sandsee zum Sturm auf die mächtige Stadt.
Liothan und Tomeija geraten schnell in ein tödliches Netz aus Lügen und Verschwörungen, besitzen sie doch Fähigkeiten, die für viele Seiten interessant sind.

 

 

 

1. Beschreiben Sie sich doch mal für Ihre Leser, die Sie (noch) nicht kennen! ;-)

 

OldSchool-Grufti, schwarzhumorig, ziemlich groß, manisch-kreativ.


 

2. Wie kamen Sie zum Schreiben?

 

Ein Wunsch, der einfach da war, mit 14 Jahren. Und seitdem endete der Drang und vor allem der Spaß nicht, Geschichten zu erfinden. In möglichst vielen Welten.


 

3. Autor sein - was bedeutet das für Sie?

 

Das ist leicht: das BESTE, was mir passieren konnte. Über Umwege kam ich dahin, wo ich immer hin wollte, und kann davon entspannt leben. Berufung, Erfüllung. Mehr kann man im Leben nicht erreichen.


 

4. Ihre beste und schlechteste Eigenschaft?

 

Gibt es so nicht. Ich bin sehr kritisch, was schlecht und gut gleichermaßen sein kann. Und ich erwarte Professionalität von jenen, mit denen ich arbeite - und oft die gleiche Geschwindigkeit, was ein bisschen unfair ist. Das gebe ich zu.


 

5. Ganz neu erschienen ist gerade "Wedora". Wie würden Sie den Inhalt in maximal 3 Worten beschreiben? ;-)

 

Düsterphantastisch, intrigenreichmörderisch, spannend. (nur ein bisschen geschummelt)


 

6. Wedora spielt in einer Landschaft, die fast nur aus Staub und Sand besteht. War es schwer, sich in so eine Gegend zu versetzen, die so ganz anders als die gemäßigte Klimazone hier ist?

 

Das hat mit versetzen nichts zu tun. Recherche war ebenso wichtig wie überraschend. An der Wüste faszinierte mich, dass sie so vielfältig ist und eben nicht nur aus Dünen besteht. Auch wenn ich keine hohen Temperaturen mag, schien es ein reizvolles Setting zu sein: Felsen, Gebirge, Geröll, Sand, Staub, sogar Eis. Was lebt dort? Unter welchen Umständen? Wie hoch können Dünen werden? Eine Frage folgte auf die nächste, und doch entstand dabei ein Bild für mich, das ich im Roman umsetzte.


 

7. Wie kamen Sie auf die Idee zur "Wedora“?

 

Ich sage nur: Pen&Paper-Rollenspielvergangenheit. Damals wollten wir eine eigene Stadt bauen. Das Projekt schlief aber vor über 20 Jahren ein, und ich belebte es wieder, weil ich die Idee zu schade fand, sie verkümmern zu lassen. Als Rollenspieler lernte ich ja, was man braucht, inklusive Stadtpläne und die Umgebung, die verschiedenen Reiche um die Wüstenstadt.


 

8. Mit Wedora selbst haben Sie eine riesige Stadt erfunden, in der sich die Helden erst einmal zurecht finden mussten. Wie ist es bei Ihnen? Mögen Sie Großstädte oder lieber kleine Dörfer? Und wie ist es um Ihren Orientierungssinn bestellt? ;-)

 

Ich mag die Abwechslung, war in Tokyo, in schwedischen Wäldern und kam schon ein bisschen rum. Alles hat seinen Reiz, den es zu entdecken gilt. Orientierungssinn ist vorhanden - ich war bei den Pfadfindern und bei der Bundeswehr, kann mit Kompass und Waffen umgehen. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen, ein Abenteuer zu überstehen. :-)


 

9. Wo würden Sie eher leben: Telonia oder Wedora?

 

Uh, schwere Frage. Ich denke, ich würde pendeln. :-)


 

10. Sie erschaffen für Ihre Bücher einige Protagonisten, verleihen diesen aber immer Tiefe und Charakter. Das kostet doch sicherlich sehr viel Zeit?

 

Na ja, ich mache nix anderes. Damit habe ich den Luxus, mich auf die Romane voll und ganz konzentrieren zu können. Ich bin kein Freund von ZU großer Detailgenauigkeit, weil man die LeserInnen damit auch schnell langweilen kann, zB wenn es um Ornamente auf einem Schild geht, obwohl der Schild gar keine Rolle für die Handlung spielt. Zudem entwickelt sich im Kopf der Leserschaft stets ein ganz eigenes Bild von dem, was er gelesen hat - da kann man noch so sehr beschreiben. Lieber kürze ich da und gebe den Figuren mehr mit, bringe sie in Situationen, in denen ich sie charakterisieren kann.


 

11. Wann dürfen wir wieder etwas von Ihnen lesen? Und vor allem: Wieder in Wedora?

 

Das nächste Buch kommt im Frühjahr 2017, der Inhalt ist allerdings noch geheim. Es wird ein Mystery-Horror-Thriller sein, wieder ein ganz neues Thema. Und Wédōra, well, well, das hängt von der Resonanz ab. Ideen habe ich genug. Doch wie immer gilt wie bei jedem Buch: Es muss KäuferInnen finden.


 

12. Thriller oder Fantasy?

 

Beides. Das schließt sich nicht aus.


 

13. Pracht-, Vergnügungsviertel oder Vorstädte? Oder sogar Krankenviertel? Wo wohnen SIE in Wedora (und warum)?

 

Aha, aha… mh…. das ist so eine Fangfrage, mal wieder. Wenn ich es mir aussuchen könnte, dann schon eher Prachtviertel - denn von DA komme ich überall hin. HA!


 

14. Ebook oder "echtes" Buch?

 

Und wieder - beides.


 

 

Vielen Dank, Markus Heitz, für die Beantwortung meiner Fragen :-)

 

 

 

 

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