Autoren-Interview mit... Veit Etzold

 

Heute zu Gast ist niemand Geringeres als Veit Etzold. 2015 hat er sowohl den "Totenzeichner" als auch den "Todesdeal" herausgebracht. Zwei Bücher, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Auch dieses Jahr 2016 dürfen wir uns im Juli auf einen neuen Thriller freuen.

Über seine beiden letzten, ziemlich verschiedenen Bücher, spricht er heute im Interview!

 

Dr. Veit Etzold, „der deutsche Dan Brown“ (Radio Bremen) versteht es, die Techniken einer spannenden Geschichte nahtlos in die Kommunikation von Individuen und Unternehmen zu übertragen. Nach einer Karriere als Manager in der Finanzbranche (Allianz), Unternehmensberatung (BCG) und in der Management-Ausbildung (ESMT, IESE) gelang ihm mit seinem Thriller „Final Cut“ im Jahre 2012 der Durchbruch als einer der Top Thriller Autoren Deutschlands. Weitere Spiegel Bestseller folgten. Veit Etzold begeistert in Vorträgen nicht nur Führungskräfte und Unternehmer, sondern auf seinen zahlreichen Thriller-Lese-Events auch tausende von Krimi- und Thriller Fans.

 

 

1. Beschreiben Sie sich doch mal für Ihre Leser, die Sie (noch) nicht kennen! ;-)

 

Neugierig, humorvoll, interessiert - und immer etwas paranoid. 



2. Wie kamen Sie zum Schreiben?

Mir kam 2006 die Idee, ich müsste doch mal einen Thriller schreiben. Vorher hatte ich schon ein paar Kurzgeschichten geschrieben und im Fach Anglistik Creative Writing belegt. Aber 2006 wollte ich dann mal ernst machen. 



3. Autor sein - was bedeutet das für Sie?

Eigene Ideen umsetzen können, Freiheit und Selbstbestimmtheit. Und idealerweise auch glückliche Leser.



4. Spontan oder Planung - wie und wo schreiben Sie?

Eher mit Planung. Thriller müssen geplant sein, sonst funktionieren sie nicht. 



5. Mit "Todesdeal" haben Sie einen neuen Thriller herausgebracht. Allerdings handelt es sich dieses Mal um einen Politthriller. Wieso plötzlich dieser Genre-Wechsel?

Ich habe durch meine beruflichen Beratertätigkeiten schon viel mit diesen Themen zu tun gehabt. Mehr sogar als mit Serienkillern. Von daher lag es nahe, es auch mal mit diesem Genre zu versuchen.



6. In "Todesdeal" geht es um das Thema Ausbeutung bzgl. Coltan in Afrika. Wie kamen Sie auf die Idee, gerade zu diesem Thema ein Buch zu schreiben?

Ich fand die Diskrepanz interessant: Die glitzernden Smartphones und das Coltan aus den Bürgerkriegsminen. Das ist ja schon ein ziemlicher Skandal. Richtig aufmerksam geworden bin ich darauf durch meine Tätigkeit in Ruanda. 



7. Das Thema Ausbeutung ist brandaktuell und auch sehr umstritten bzw. wird geächtet. Wie stehen Sie selbst dazu?

Tja, wer verzichtet schon auf Handys und Smartphones? Die einzige Möglichkeit wäre, auch die Produktion von Smartphones in Ländern wie dem Kongo durchzuführen, damit dort auch Know How hängenbleibt und die Minenarbeiter besser zu bezahlen. So bekommen die fast nichts und die Smartphone Hersteller haben eine Marge von fast 60%. Da wäre wohl die Politik gefordert. Aber die blickt da erst recht nicht durch.



8.
 Dieses Jahr ist auch mit "Der Totenzeichner" ein wieterer Thriller aus Ihrer Hand erschienen. Woher stammt die Idee zu diesem Buch?

Wenn ich erzählen würde, wie ich auf die Idee kam, würde ich zuviel verraten. Nur soviel: Ich habe mir überlegt, was passieren würde, wenn sich eine Regierung überlegt, extrem schlimme Terrorgruppen mit extrem furchtbaren Kämpfern zu bekämpfen. Einer von denen ist „Der Totenzeichner“ 



9. Hatten Sie nicht vielleicht die Befürchtung, dass Ihr neuestes Buch "Todesdeal" bei Ihren Lesern möglicherweise gar nicht gut ankom
men könnte? Immerhin ist es ja etwas ganz anderes als Ihre anderen Bücher...

Ja, aber das Risiko muss man eingehen. Und die Kritiken zu Todesdeal sind ja bis auf einige Ausnahmen sehr gut. Scheint also geklappt zu haben.



10. Sie beschreiben viele Szenen vor Ort in Afrika sehr genau. Waren Sie selbst einmal vor Ort, oder kennen Sie die Probleme auch nur aus dem Medien?

Ja, ich war in Ruanda, Süd Afrika und Zambia. Einiges habe ich aber auch über Medien recherchiert. 



11. Dieser Thriller wird sicherlich vielen auch die Augen öffnen, bzw. sie auf dieses Problem der Ausbeutung aufmerksam machen. War das auch Ihr Ziel?

Ja, bei Politthrillern ist es immer auch das Ziel, Augenöffner zu sein. 



12. Angenommen, Sie selbst würden das erleben, was Protagonist und Journalist Martin erlebt...

Das wäre ziemlich furchtbar, vor allem die Flucht durch den Wald. Erleben möchte ich nicht unbedingt, was meine Protagonisten erleben. 


13. Zu Ihnen als Leser: Krimi oder Liebesgeschichte? Was landet bei Ihnen im Regal und was nicht?

Eher Krimis. Aber auch viele Sachbücher. Und gerne auch die Literatur Klassiker. Wie Goethe oder Dante. 


14. Ihr Lieblingsbuch aus Kindertagen?

 

Die Brüder Löwenherz.

 

 


15. Ebook oder echtes Buch?

Grundsätzlich echtes Buch. Nur auf Reisen sind ebooks sehr praktisch. 

 

 

 

 

Ein großes Dankeschön an Veit Etzold! :-)

 

 

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