Aichner, Bernhard

Interview mit einem Mörder

Haymon Verlag

288 S., gebunden

19,90 €

 

 

Dramatische Szenen bei der Eröffnung des neuen Würstelstandes von Ex-Fußballstar Johann Baroni: Mitten in dem fröhlichen Geschehen fällt ein Schuss - und Baroni sinkt zu Boden. Totengräber Max Broll ist verzweifelt: Sein bester Freund darf nicht sterben!
Als er wieder zur Besinnung kommt, erinnert sich Max: Er hat den Schützen gesehen. Doch der vermeintliche Täter entpuppt sich als harmloser Tourist. Es gibt kein Motiv, keine Tatwaffe, keine weiteren Zeugen - niemand schenkt Max Glauben. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Sache selbst in die Hand zu nehmen und sich an die Fersen des Mannes zu heften.
Und tatsächlich sitzt er dem Mörder bald Auge in Auge gegenüber - doch der ist klug, nichts kann seine Schuld beweisen. Max folgt ihm in einer atemlos spannenden Verfolgungsjagd, die ihn bis auf ein Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer bringt. Er ist überzeugt: Nur er kann den Verrückten zur Strecke bringen, um weitere Gräueltaten zu verhindern …

 

 

Ein insgesamt netter, kleiner und durchaus lesenswerter Krimi im typischen Bernhard Aichner-Stil.

Angefangen mit einem Minimalismus in Sachen Erzählform und Schreibstil, über die spezielle Kennzeichnung wörtlicher Rede bishin zur Geschichte. Ein kleiner, netter Krimi: Er beginnt im örtlichen Dorf und endet auch wieder dort. Was dazwischen aber kommt, ist auch typisch Aichner. Es ist kein Minimalismus - man würde sigar vielleicht sagen, es ist das ein oder andere mal "too much", was die Story da bietet. Es gibt so einige Zufälle ;-), glückliche Momente und schließlich dramatische Abgänge.

Die Auflösung an sich, war äußerst fesselnd gehalten, auch wenn etwas übertrieben. Aber alles war ja ein bisschen "too much" (keine Kritik!), so wie man es bspw. schon von Brünhilde Blum kennt. Und doch hat mich "Interview mit einem Mörder" (cooler und passender Titel übrigens, hätte ich anfangs nicht gedacht!) gut unterhalten.
Obwohl es vielleicht immer mal wieder etwas konstruiert gewirkt hat oder abgehoben ist, hatte ich einige spannende und fesselnde Stunden mit Max Broll und Co.
War übrigens mein erster Max Broll; ich kannte bisher nur Brünhilde Blum. Hat aber nichts gemacht (wie der Bernhard Aichner ja auch vorab versprochen hat), im Gegenteil: ich werde mir vermutlich die anderen Bände auch mal noch anschauen ;-)

Generell fand ich die Brünhilde Blum allerdings noch etwas besser als Max Broll. Der konnte mich zwar für ein paar Stunden super unterhalten und mit seiner Geschichte fesseln (was auch an dem Schreibstil liegt; davon bin ich ja seit der ersten Brünhilde Fan^^) - die TotenFRAU, -HAUS, -??? Trilogie packt mich aber noch ein bissl mehr.

Nichtsdestotrotz: Netter und wirklich unterhaltsamer Krimi, dessen Ende mich nochmal so richtig gepackt hat.

 

Fazit: Durchaus netter und lesenswerter Krimi. Ein typischer Aichner: Stil, Charaktere, Geschichte - besonders, abgehoben, minimalistisch und dann immer mal wieder etwas "too much". Eine Kombination, die eigentlich nicht zusammen passt, mir aber trotzdem irgendwie gut gefällt! ;-)

 

8 von 10 Punkte

 

 

 

 

 

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