Aichner, Bernhard

Totenrausch

btb

480 S., gebunden

19,99 €

 

 

Brünhilde Blum. International gesuchte Mörderin. Liebevolle Mutter zweier Töchter. Seit Monaten auf der Flucht. In Hamburg will sie zur Ruhe kommen, einen Neuanfang wagen, und fast, so scheint es, gelingt es ihr auch. Ausgestattet mit einer neuen Identität und etwas Geld wohnt sie mit ihren Töchtern in einem wunderschönen Fischerhäuschen an der Elbe und arbeitet als Aushilfe in einem Bestattungsinstitut. Alles ist gut. Bis zu dem Tag, an dem sie für ihr neues Leben bezahlen muss – denn der Mann, dem sie das neue Glück zu verdanken hat, fordert ein, was sie ihm versprochen hat. Sie soll für ihn jemanden töten. Das Problem dabei ist nur, dass es sich um einen Menschen handelt, der ihr sehr ans Herz gewachsen ist ...

 

Der Abschluss der Totenfrau-Trilogie, die sich um die mehrfache Mörderin und liebevolle Mutter zweier Töchter dreht, könnte nicht besser sein. Genau wie seine Vorgänger ist dieser Thriller stilistisch gleich: Ein abgehackter, schneller, kurzer Schreibstil. Ruhig, fast schon emotionslos, sachlich - an den richtigen Stellen. Schnell, fesselnd und mit Schnitt in den passenden Szenen. Bernhard Aichner lebt einfach seinen... speziellen Stil, der so einfach in der Literaturwelt einmalig ist und den man sicherlich nicht mal ansatzweise kopieren könnte. Und wenn doch, würde man daran kläglich scheitern.

Bernhard Aichner - er steht für fesselnde Thriller mit dem gewissen Etwas. Er steht aber auch für einen Stil, der abgehobener und realitätsferner nicht sein könnte: Da ist Brunhilde Blum, die auf den gefühlt ersten 100 Seiten schon wieder so in ihrem alten Ich drin ist, das sie doch unbedingt vergessen wollte. Ein Mord hier, ein Problemchen dort... eine Axt hier, ein Stein dort. Auf gewisse Weise unfassbar haarsträubend, schließlich aber wieder so fesselnd und anziehend, fast schon magisch, dass man diese Blum einfach begleiten muss!

Auch in diesem Abenteuer hat sie wieder einen fiesen Gegenspieler, der ihr das Leben nicht einfach macht. Nicht einfach macht es sich auch Bernhard Aichner, der sich immer wieder neue Hindernisse und Wendungen für die Geschichte um Blum ausdenken muss, die (fast) alles irgendwie halt schafft - so wie in einem Film, bei dem sich der Zuschauer denkt: "Mann, ist das bescheuert, der Held kommt hier eh wieder ohne Niederlagen davon!". Und irgendwie ist es so auch bei Blum - zumindest auf den ersten Blick. Doch dann merkt man, dass auch Blum, tough wie eh und je, herbe Niederlagen einstecken muss.

Und genau das ist es, was den Leser bei diesem Buch in den Bann zieht - das besondere Etwas...

 

Fazit: Typisch Aichner, typisch Blum, typischer Band der Trilogie. Ein so gut wie perfekter und sehr gelungener Abschluss der Geschichte um Bestatterin Brünhilde Blum.

 

 

 

 

9 von 10 Punkte

 

 

 

 

 

 

 

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