Bakkeid, Heine

...und morgen werde ich dich vermissen
Rowohlt Polaris
416 S., broschiert

14,99 €

 

 

Wenn man am Tiefpunkt ist, gibt es nur einen Weg: Hoch, in den Norden
Thorkild Aske wird aus dem Gefängnis entlassen. Früher war er interner Ermittler bei der norwegischen Polizei und ein gefragter Verhörspezialist, doch dann lief etwas entsetzlich schief. Nun steht er vor dem Nichts. Von Schuldgefühlen und Schmerzen geplagt, lässt er sich von seinem Freund und Psychologen Ulf überreden, nach einem jungen Mann zu suchen: Rasmus Moritzen arbeitete auf einer verlassenen Leuchtturmwärterinsel im nordnorwegischen Meer. Er ist spurlos verschwunden. Ein Tauchunfall, vermutet die örtliche Polizei, für sie ist der Fall erledigt. Doch damit wollen sich Rasmus' Eltern nicht zufrieden geben.
Thorkild macht sich auf in den Norden, wo die Polarnacht anbricht. Bald schon bemerkt er, dass er nicht allein auf der kargen Felseninsel ist. Und als die Herbststürme wüten, wird tatsächlich eine Leiche angeschwemmt. Thorkilds alter Spürsinn erwacht: Denn es handelt sich nicht um Rasmus.

 

Der Auftakt zu einer neuen Reihe um Ermittler Thorkild Aske macht einiges gut, hat allerdings auch mehrere große Schwächen.

Zunächst einmal wird man als Leser nicht wirklich mit den Protagonisten warm. Sie bleiben kühl, auf Distanz und werden nicht sympathisch. Ich hoffe, dass sich das noch entwickelt, wenn es eine Reihe wird, denn sonst glaube ich, dass viele Leser die weiten Fälle von Thorkild nicht mehr lesen werden.
Und das zweite große Problem ist, dass der Thriller mehr Krimi ist als alles andere und leider einige Längen hat. So muss man sich als Leser auf langatmige Dialoge und - immerhin - schöne Beschreibungen einstellen, die aber nicht unbedingt dem Lesefluss dienen.
Immerhin, der Krimi ist sehr atmosphärisch gestaltet und erzeugt Kino im Kopf. Das ist wichtig und gut so, denn immerhin bietet sich Norwegens Landschaft dafür optimal an.
Würde man jetzt aus der Grundidee und den vorgegebenen Dingen, wie Atmosphäre, Spannung und Charaktere noch mehr draus machen, könnte es eine interessante Reihe werden.
Dazu muss allerdings dieser Rohdiamant noch deutlich geschliffen werden.

 

Fazit: Gute Ansätze mit atmosphärischen Beschreibungen reichen leider nicht aus, um die Charaktere sympathisch zu machen. Ich bin gespannt, wie sich die Reihe um Thorkild Aske weiterentwickelt.

 

 

 

 

7 von 10 Punkte

 

Danke an den Rowohlt Verlag für das Leseexemplar!

 

 

 

 

 

 

 

 

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