Bergmann, Kaja

30 Sekunden zu spät

Bookspot Verlag

176 S., broschiert

12,95 €

 

 

„Der 12. September 2015. Ich weiß, dass ich gerade im Seniorenheim stehe. Ich weiß, dass ich meinen Opa besuche. Ich weiß, wer ich bin. Nepomuk. Ich bin Nepomuk. Mein Opa weiß es nicht.
Meine Freundin holt mich ab, Miranda. Wir packen unsere Sachen und fahren los, Richtung Nordsee. Einfach so, von einem Moment auf den anderen, ganz spontan. Ich hasse Spontanität!
Wir kommen in Büsum an, mein Kopf tut weh, immer öfter, immer stärker. Miranda fühlt sich verfolgt, immer öfter, immer stärker. Doch ich nehme sie nicht ernst, bin abgelenkt, suche etwas. Etwas. Etwas stimmt nicht, etwas ist seltsam – was läuft hier falsch? Ich weiß es nicht.
Und dann … Tod. Zu spät. Nur ein wenig, nur 30 Sekunden. Nur 30 Sekunden früher, dann wäre … Vielleicht wäre dann alles anders.“

Was-wäre-wenn: Der neue All-Age-Roman von Kaja Bergmann führt gekonnt den faszinierenden butterfly effect vor!

 

...und lässt damit den Leser verwirrt zurück: Denn am Ende weiß man nicht, was wirklich passiert ist; was wahr ist; was man glauben soll. Und das ist das Geniale an diesem Roman, der auf keinen Fall als Thriller bezeichnet werden darf. Der Leser muss sich am Ende selbst Gedanken machen, muss sich selbst sein Ende finden und mit der Geschichte abschließen - und vielleicht sogar noch ein bisschen nach der Lektüre über das Buch hinaus nachdenken.
Kaja Bergmann überzeugt wieder einmal durch klare Sprache, einen angenehmen Schreibstil und eine fesselnde Erzählweise. Was ca. nach der Hälfte des Buches geschieht, möchte ich nicht verraten - nur soviel: Ich musste schmunzeln und war wirklich positiv von dieser Idee angetan!
Die Charaktere sind auch etwas Besonderes: Nepomuk kennen wir bereits als eine der Hauptfiguren aus einem anderen Buch der Autorin und ich würde empfehlen, den Mephisto-Deal auch als erstes zu lesen, um in diesem Roman nicht gespoilert zu werden!
Alles in allem eine wirklich gute Idee, eine spannende Umsetzung mit einer überraschenden und faszinierenden Ausflöung.

Fazit: Kaja Bergmann führt nicht nur den butterfly effect gekonnt vor, sondern verbindet ihn mit einer fesselnden Geschichte und "Lektüre-Psychologie" - der Leser muss schon mitdenken!

 

9 von 10 Punkte

 

 

 

 

 

 

 

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