Corasanti, Michelle Cohen

Der Junge, der vom Frieden träumte

Fischer Verlag

400 S., TB

9,99 €

 

 

Der zwölfjährige Palästinenser Achmed kämpft um das Überleben seiner Familie, der einst eine blühende Orangenplantage gehörte. Mittlerweile haben die Israelis den dortigen Bauern fast alles genommen. Auf der Jagd nach einem Schmetterling kommt seine zweijährige Schwester Amal in einem Minenfeld ums Leben. Als auch noch sein Vater verhaftet und der Familie alles genommen wird, ist er der Einzige, der sie retten kann. Denn Ahmed ist ein Mathematikgenie und erhält eines der begehrten Stipendien an der Universität von Tel Aviv. Doch dort ist er der einzige Palästinenser unter Juden...

 

"'[...] Wir müssen aufhören, uns gegenseitig zu bekämpfen - lasst uns beginnen, gemeinsam etwas aufzubauen!'"

S. 395, Z. 21f.

 

Wahnsinn, einfach nur Wahnsinn. Ich bin jetzt immer noch ergriffen von diesem Meisterwerk. Was der "Drachenläufer" für Afghanistan, ist "Der Junge, der vom Frieden träumte" für Palästina - so die HuffingtonPost. Und ja, "Der Junge, der vom Frieden tärumte" ist ein abartiges Buch. Diese Klasse wird so schnell nicht mehr getoppt werden und ist für mich jetzt schon das Buch des Jahres. Es ist so ergreifend, berührend und emotional, dass ich gar nicht weiß, was ih hier rezensieren soll. Volle Punktzahl, das ist klar, aber mehr kann und will ich eigentlich nicht sagen - lest dieses Buch. Es ist ein Pflichtlektüre. Ich lasse einfach noch ein paar Zitate sprechen, was ich sonst ja recht selten mache...

 

"'[...] Niemand kann in Frieden leben, solange andere in Armut und Ungleichheit dahinsiechen. [...]'"

S. 394, Z. 24f.

 

Der Schreibstil, die Geschichte, die Charaktere, alle sind einfach unglaublich. Das Buch saugt einen einfach total auf, man ist darin gefesselt und kann es trotz seiner Schwere einfach nicht weglegen. Das Schicksal des Protagonisten Ahmed nimmt schon in den ersten Kapiteln seinen dramatischen Lauf und wird sich bis auf die letzten Seiten ins Emotionalste steigern. Was dieser Junge alles druchmacht, sein Leben lebt und wie er damit umgeht, bis ins hohe Alter ist einfach faszinierend, erschreckend und berührend zu gleich geschildert. Gerade Ahmeds Vater, Baba, hat mich aber mit seinen Sinnsprüchen Hoffnungen fasziniert - ein wirklich grandioser Charakter!

Dieses Buch sollte wirklich gelesen werden, von jedem - nicht nur, um sich einmal in eine solche Situation versetzen zu können, sondern auch, um aufzuklären. Und das kann es wirklich. Ich persönlich kann es euch nur ans Herz legen und empfehlen.

 

"'[...] So wie ich früher davon geträumt habe, Atome zu manipulieren, so träume ich jetzt von einer Welt, in der wir Religion und Rasse und alle anderen Faktoren, die uns trennen, erfolgreich überwinden und gemeinsam ein höheres Ziel anstreben. Genau wie schon Martin Luther King vor mir wage ich es, von Frieden zu träumen.'"

S. 394, Z. 25fff.

 

"Der Junge, der vom Frieden träumte" - ein Buch der Extraklasse, das einem die Augen öffnen sollte und zeigen sollte, wie es auf der Welt aussieht, und vor allem, dass es so nicht weitergehen kann. Und jeder sollte dazu beitragen, dass sich die Dinge ändern - denn jeder kann dazu beitragen. Auch ein kleiner Junge, der fast alles verliert und auf staubigem Erdboden in einem Zelt schalfen muss und dann Nobelpreisträger wird. Jeder kann die Welt verändern. Nur sollten wir damit mal anfangen.

 

Fazit:

"'[...] Die Menschen hassen aus Angast und aus Unwissenheit. Wenn sie diejenigen, die sie hassen, kennenlernen und sich auf gemeinsame Interessen konzentrieren, dann überwinden sie ihren Hass.'"

S. 206, Z. 1fff.

10 von 10 Punkte

 

Herzlichen Dank an den Fischer Verlag.

 

 

 

 

 

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