Drews, Christine

Killerjagd

Bastei Lübbe

336 S., TB

8,99 €

 

 

Rachel Hyatt ist eine der besten Profiler bei Scotland Yard. Als sie zum Schauplatz eines besonders brutalen Mordes gerufen wird, weiß sie daher sofort: Hier war ein Profi am Werk - aber einer, der persönliche Gründe für seine Tat hat. Zumal sein Opfer nicht irgendwer ist, Sir Ian war ein wichtiges Mitglied des britischen Geheimdienstes. Noch ahnt Rachel nicht, dass sie soeben den Weg des gefährlichsten Killer Englands gekreuzt hat. Und sie sehr bald von der Jägerin zur Gejagten werden wird.

 

Das Buch beginnt schon ganz am Anfang sehr spannend. Ein gelungener Einstieg in einen Thriller. Auch die laufende Handlung hat immer wieder Spannungshöhepunkte. Und dennoch unterscheidet sie sich von klassischen Thrillern.

Hier wird mehr der Schwerpunkt und das Augenmerk auf das "Warum" gesetzt. Nicht auf den Täter und seine Person - denn die hat man recht schnell verstanden. Sondern auf die Absicht. Und das gelingt der Autorin ganz ausgezeichnet. Denn ganz bis ans Ende ist man sich nicht so wirklich hundert prozentig sicher, was eigentlich die Absicht des Täters war. So kann man als Leser auch noch mitraten und kombinieren.

Sehr gefallen hat mir auch die Atmosphäre. Sie ist einerseits ziemlich düster - nicht im Sinne von Horror-Thrillern. Eher angespannt und zerrissen. Es liegt immer irgendetwas in der Luft.

Gerade von diesem Aspekt her und der Ausrichtung auf das "Warum" unterscheidet sich der Thriller von vielen anderen.

Die Charaktere können in ihrer Rolle auch im Großen und Ganzen überzeugen, einfach deshalb, weil sie sehr authentisch dargestellt sind und eine gewisse Tiefe haben. Man erfährt Informationen über die Protagonisten, die hinausgehen über das, was man eigentlich nur wissen müsste, um die Handlung zu verstehen, Was ich damit andeuten will: Man weiß so viel über die Charaktere, was eigentlich gar nicht für die Story erforderlich sein müsste - und dennoch ist es nicht langweilig. Vielleicht wurde gerade auch dadurch nochmal die Spannung gesteigert.

Das Ende bleibt - soviel darf ich vorweg greifen - mehr oder weniger offen, aber dennoch schließt es die Handlung und das Buch sehr gut ab.

 

Fazit: Wirklich gut durchdachter Thriller, der vor allem wegen seiner Atmosphäre und der Frage nach dem "Warum" überzeugen kann.

 

9 von 10 Punkte

 

 

 

 

 

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