Erpenbeck, Jenny

Gehen, ging, gegangen

Penguin Verlag

352 S., TB

10,00 €

 

 

Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist? Wie geht man um mit dem Verlust derer, die man geliebt hat? Wer trägt das Erbe weiter? Richard, emeritierter Professor, kommt durch die zufällige Begegnung mit den Asylsuchenden auf dem Oranienplatz auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen dort zu suchen, wo sonst niemand sie sucht: bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind. Und plötzlich schaut diese Welt ihn an, den Bewohner des alten Europas, und weiß womöglich besser als er selbst, wer er eigentlich ist.

 

Ein starker Roman, mit tollen Worten, einem gelungenen und fesselnden Stil und einer wichtigen Intention.

Jenny Erpenbeck legt einen außergewöhnlichen Roman dahin, in dem Richard die Hauptrolle spielt. Der alte Professeor und die Flüchtlinge. Eine Flucht von damals, Probleme und die Zeit der DDR gegen die der momentan Asylsuchenden.

Erpenbeck schreibt in einem ungewöhnlichen Stil, ohne Anführungszeichen vor den wörtlichen Reden, was den Lesefluss zumindest zu Beginn ein wenig hemmt. Doch je weiter man liest, desto mehr wird man von der Art und Weise begeistert und mitgerissen.

Die Stellen, in denen es dann um Richard privat geht bzw. um seine Vergangenheit, sind zwar nicht so spannend, wie die Situationen, in denen er mit der Flüchtlingsproblematik konfrontiert wird, aber dennoch wichtig für die Gesamtgeschichte.

 

Fazit: Ein gelungener Roman mit starken Worten, den jeder lesen sollte!

 

 

 

 

9 von 10 Punkte

 

Danke an den Penguin-Verlag!

 

 

 

 

 

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