Fel, Jérémy
Die Wölfe kommen

dtv

400 S., broschiert

16,99 €

 

 

Was verbindet einen Jugendlichen, der in den 70er Jahren in Kansas das Haus seiner schlafenden Eltern anzündet, einen New Yorker Stricher, der Jahrzehnte später den dreijährigen Sohn einer Kundin entführt, die Kellnerin in Indiana, die von einem grauenhaften Ereignis aus ihrer Vergangenheit eingeholt wird, und den Ehemann, der auf der anderen Seite des Atlantiks rasend vor Eifersucht seine Frau umbringt? Kapitel für Kapitel, Geschichte für Geschichte führt J. Fel den Leser hinein in ein beängstigendes Labyrinth: Im Epizentrum des von den USA bis nach Europa wabernden Bösen steht der Psychopath, eiskalte Mörder und Gangsterboss Walter Kendrick.

 

DIE WÖLFE KOMMEN ist ein Episodenroman. Sprich ein Buch, das aus unterschiedlichen Sichten von Figuren beschrieben werden, die eben einmal im Buch vor kommen und ihr Kapitel erzählen, dann aber keine weitere Rolle mehr spielen. Zumindest mehr oder weniger. Dass sie irgendwie alle zusammengehören und zu einem großen Ganzen verbunden werden, versucht der Autor auszudrücken, verliert dabei aber immer mehr seinen roten Faden. Die erste Hälfte des Thrillers ist interessant und man hofft darauf, dass dann endlich mal der Zusammenhang der ganzen Figuren klar wird. Wird aber nicht. Und wird er auch nicht mehr werden. Weil es keinen richtigen Zusammenhang gibt.
Der Autor verstrickt sich in immer mehr Fäden, die er nicht zusammenspinnen kann. Was schade ist, weil ich immer noch davon überzeugt bin, dass die Idee dahinter eigentlich Potential gehabt hätte. Vielleicht war alles ein bisschen zu viel des Guten.
Und so steht der Leser am Ende des Buches mit vielen Fragezeichen da - und legt es beiseite, um mit einem neuen Buch zu beginnen. Was übrig bleibt? Nichts, weil eben nichts so richtig zusammenpasst.

 

Dafür haben die Layouter und Grafiker einen guten Job gemacht. Das Cover schaut super aus und leuchtet sogar im Dunklen (was das erste Mal ein bisschen unheimlich ist, wenn man es merkt ;-)).

 

Fazit: Leider zu viele Protagonisten und zu wenig roter Faden. Ein Verwirrspiel ohne Auflösung.

 

4 von 10 Punkte

 

Danke an dtv für das Leseexemplar.

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0