Kehlmann, Daniel

Du hättest gehen sollen

rowohlt

96 S., gebunden

15,00 €

 

 

Ein einsam gelegenes Ferienhaus. Tief unten das Tal mit seinen würfelkleinen Häusern, eine Serpentinenstraße führt hinauf. Das kalte Blauweiß der Gletscher, schroffer Granit, die Wälder im Dunst – es ist Dezember, Vorweihnachtszeit. Ein junges Ehepaar mit Kind hat sich für ein paar Tage dieses komfortable Haus gemietet, doch so richtig aus der Welt sind sie nicht: Das Kind erzählt wirre Geschichten aus dem Kindergarten, die Frau tippt Nachrichten auf dem Telefon, und der Mann - ein Drehbuchautor, von dem ein Produzent den zweiten Teil seiner erfolgreichsten Komödie erwartet - schreibt Ideen und Szenen in sein Notizbuch. Aber mehr und mehr notiert er auch anderes - eheliche Spannungen, Zwistigkeiten, vor allem die seltsamen Dinge, die rings um ihn geschehen. Denn mit dem Haus stimmt etwas nicht.

 

Ich weiß tatsächlich nicht, was ich über dieses Buch schreiben soll.

Die Geschichte habe ich in 40 Minuten durchgelesen, über den Inhalt ist alles im Klappentext gesagt.

Aber was macht nun dieses Buch aus? Ich weiß es nicht. Fühlt sich Kehlmann selbst in der Rolle des Autors, der nicht mehr weiß, was er schreiben soll - genau wie sein Protagonist? Spiegelt die Geschichte etwas Bestimmtes wider? Will Kehlmann eine bestimmte Intention uns mitgeben?

Alles Fragen zu einer Geschichte, wie man sie aus der Oberstufe in Deutsch-Kursen kennt. Ein dünnes Büchlein, ein spezieller Schreibstil und eine sonderbare Geschichte, die interpretiert werden darf. Und oftmals einfach total über-interpretiert ist! Weil nicht jeder Autor verdammt nochmal seine Geschichte bis auf den letzten Buchstaben überlegt, weil er weiß, dass in 10 Jahren jemand kommt, der genau alle Buchstaben auf den Kopf stellt, um irgendeine hirnrissige Intention zu finden! Lasst Autoren Autoren sein und interpretiert nicht jeden ******! Denn ich bin mir sicher, dass auch Kehlmann nicht immer wusste, was er da schreibt, bzw. sicherlich nicht dachte - "Ich schreib' das mal so und so und lass das hinterher mal interpretieren!". Es ist eine besondere, skurrile Geschichte mit - sorry - schlechter Anlehnung an Kings Shining - nicht mehr, nicht weniger. Aber definitiv nichts, was man interpretieren muss!

 

Fazit: "Du hättest gehen sollen" möchte durch den eigenwilligen Stil und den subtilen Horror ein gewisses Etwas bewirken. Bei wem es klappt, klappt es - sonst eben nicht. Punkt.

 

 

 

 

 

Danke an den Rowohlt Verlag!

 

 

 

 

 

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