Konecny, Jaromir

Die unglaublichen Abenteuer des Migranten Nemec

ecowin Verlag

254 S., gebunden

20,00 €

 

 

Lolek Nemec hat alles hinter sich: Flucht, Aufnahmelager, Behörden, Sprachprobleme – kurzum: Die Integration.
Und soll dann als ehrenamtlicher Helfer in einem bayrischen Flüchtlingsheim aushelfen. Als notorischer Schwätzer stets wider Willen komisch, gibt er sein Bestes, um den Bewohnern zu helfen, die täglichen Herausforderungen zu meistern: Behördliche Paragrafensucht, Überforderung in vielen Bereichen und Institutionen und ständige Konfrontation mit Vorurteilen machen es den Flüchtlingen nicht leicht, sich in Deutschland zu integrieren. Das Buch erfüllt die tradierte Funktion des Schelmenromans, gesellschaftliche Missstände in all ihren Skurrilitäten zu zeigen. Letztlich geht es um die Frage, wie man trotz der widrigen Umstände doch ein guter Mensch bleiben kann.

 

Der neue Roman von Jaromir Konecny konnte mich leider nicht ganz so überzeugen, wie es seine Bücher zuvor immer getan haben.
Ich war selbst ein Jahr lang Bundesfreiwilligendienstler in einem Flüchtlingswohnheim und kannte daher die Probleme, die Konecny in seinem Roman beschrieben hat. Wie gewohnt, kam dabei der Humor, die humorvolle Seite, Dinge zu betrachten, nicht zu kurz. Meiner Meinung war dies an einigen Stellen aber zu viel des Guten bzw. einfach zu gewollt.
Jaromir Konecny legt in diesem Buch einen großen Fokus auf seinen Protagonisten Lolek und charakterisiert und skizziert ihn mehr als die Protagonisten in seinen anderen Büchern. Das tut der Geschichte und der Entwicklung von Lolek natürlich gut und ist interessant zu lesen.
Ingesamt ein ordentliches Werk des Autors, welchem aber das gewisse Etwas noch fehlt.

 

Fazit: Nicht ganz so überzeugend wie seine Bücher zuvor - dennoch eine lebendige Geschichte mit viel Witz und Humor.

 

 

 

 

7 von 10 Punkte

 

Danke an den ecowin Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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