LaBan, Elizabteh

So wüst und schön sah ich noch keinen Tag

Carl Hanser Verlag

288 S., gebunden

16,90 €

Erhältlich im Buchhandel vor Ort.

 

 

Im renommierten Irving-College ist es Tradition, seinem Zimmer-Nachfolger eine Überraschung zu hinterlassen. Duncan findet besprochene CDs seines Vorgängers Tim, die eine traurige Liebesgeschichte offenbaren. Tim, der als Albino meist zum Opfer von Anfeindungen und Mobbing wird, verliebt sich darin in die begehrenswerte Vanessa. Mit ihr fühlt er sich das erste Mal nicht als Außenseiter. Trotzdem fehlt ihm der Mut, ihr seine Gefühle zu gestehen. Ein Mangel an Selbstbewusstsein, der zum tragischen Unglück führt. Für Duncan ist Tims Geschichte aber der Anstoß, endlich den entscheidenden Schritt in Richtung Liebe zu tun.

 

Der Einstieg und die Erzählweise in das Buch haben mich anfangs einerseits überrascht, andererseits auch direkt zu Beginn überzeugt.

Mir gefällt die Art, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Tim und Duncan, hin- und herzupendeln, wobei sich die beiden Handlungsstränge wunderbar vereinen und ergänzen.

Dabei würde ich sagen, nimmt Tims Handlung, die in der Vergangenheit spielt, eine etwas größere und zentralere Rolle ein.

Der Erzählstil ist sehr angenehm, flüssig und vor allem extrem schnell zu lesen. Doch gerade dadurch kann die Autorin die Leser - auch jüngere - an den Roman fesseln.

Die Geschichte ist zwar nicht spannend in diesem Sinne - was ich manchmal etwas schade fande -, kann aber durch andere Merkmale, wie die verschiedenen und übergreifenden Handlungen, die Protagonisten und den Stil überzeugen.

Die Charaktere, allen voran Tim, Vanessa und Duncan, sind sehr liebevoll und sorgfältig ausgewählt und gestaltet. Manchmal hätte ich mir etwas mehr Entwicklung von ihnen gewünscht, für ein Jugendbuch ist die Charakterisierung aber gelungen.

Die Geschichte hat trotz dem fesselnden Stil im Mittelteil, die ein oder andere Länge, die dann aber recht schnell durch interessante Szenen, lustige, traurige oder emotionale, wett gemacht werden.

 

Fazit: Ein sehr ordentliches Debüt, das vielversprechend wirkt. Mit der ein oder anderen Verbesserung lesen wir hoffentlich bald wieder etwas von Elizabeth LaBan!

 

8 von 10 Punkte

 

Danke an den Carl Hanser Verlag!

 

 

 

 

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