Milchman, Jenny

Night Falls: Du kannst dich nicht verstecken

ullstein

480 S., TB

9,99 €

 

 

Sandra hat alles. Ein Traumhaus mitten in der Natur. Einen Mann, der sie auf Händen trägt. Eine 15-jährige Tochter, ihr großes Glück. Bis aus dem Traum ein Alptraum wird: Zwei Fremde dringen in ihr Haus ein, schlagen ihren Mann brutal nieder und nehmen Mutter und Tochter als Geiseln. Draußen tobt ein Sturm. Es gibt keinen Ausweg. Schon gar nicht für Sandra. Denn sie kennt einen der Männer ― und wollte ihn um jeden Preis vergessen.

 

Nicht mein Fall - schade.
Dass die Autorin nebenher, wenn sie nicht schreibt, anderen Autoren die Kunst des Thrillerschreibens vermittelt, habe ich leider überhaupt nicht gemerkt. Schon der Einstieg, wenige Seiten sind gelesen, verläuft äußerst schleppend. Wir Leser kochen mit Sandra eine Sauce und lernen, dass sie ihr Abendessen gerne schon vorkocht, damit es abends nicht so stressig ist, wenn ihr Mann und ihre Tochter kommt. Was für eine Sauce kochen wir denn? Eine wichtige Frage, die sicherlich das Leben unserer Protagonisten beeinflussen wird... Genau so spannend, wie diese ersten Sätze meiner Rezension sind auch die ersten Seiten dieses Thrillers. Für mich muss ein Thriller auf den ersten Seiten so packend sein, dass man das Buch gar nicht mehr loslassen möchte. Personen und deren Marotten können auch im Laufe der Zeit noch genauer vorgestellt werden. Doch das erste und wichtigste: Man braucht eine Art Einstiegs-Cliffhanger. Gut, die Zubereitung einer Sauce dient dafür eher... bedingt.
Macht aber nichts, schließlich gibt es ja noch einen Parallel-Erzählstrang. Und der muss ja spannend sein. Schließlich versuchen da ja gerade zwei Gefängnisinsassen auszubrechen. Während sie Pylonen aufstellen. Oder so. Und dann in einen SUV hineinspringen und ab die wilde Fahrt. Ach ja, der EINE Aufseher schaut auch nur bedröppelt hinterher. Und, falls man nun Angst hat, an dieser Stelle gespoilert worden zu sein - nur ruhig, nicht mal das konnte man als spannend bezeichnen.

Wie das Buch anfängt, geht es auch weiter. Ich konnte wirklich fast nichts mit der Geschichte anfangen, lediglich die beiden Ausbrecher wurden mir irgendwie sympathisch (was eigentlich auch nicht unbedingt der Sinn sein sollte bei einem Thriller und dem Klappentext...). Apropos Klappentext. Der erzählt eigentlich die ganze Geschichte, nur eben etwas zusammen geschrumpft. Und nicht spannend. Aber das tut die Geschichte selbst auch nicht.

Ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber das hier war für mich persönlich gar nichts. Als "aufregendster Thriller des Jahres" angekündigt, war ich in freudiger Erwartung. In Kombination mit der Aussage, dass die Autorin das Thrillerschreiben anderen beibringt, dachte ich: "Hui, da kommt was auf mich zu!" Kam es dann auch. Einige Stunden langatmige Langeweile und irgendwann überblätterte Seiten.

Das Einzige, was mich wirklich gepackt hat, war das Cover. Grüne Felder, eine dunkle, unheilvolle Spur, die zu einem Haus führt. Über dem alten, alleinstehenden Gebäude eine dunkler, bedrohlicher Himmel. Wind, der durch die grünen Gräser fegt. Alles klasse. Bis ich dann auf dem Klappentext gelesen habe, dass Sandra und Co im Haus eingesperrt sind, weil draußen ein SCHNEESTURM tobt.

Nun ja - sorry, aber für mich war das ein totaler Reinfall. Bitte nicht böse sein, ist schließlich wie alle Rezensionen nur eine einzelne, subjektive Meinung ;-)

 

Fazit: Das war nichts! Eine super Grundidee, ein spannender Klappentext, eine Autorin, die anderen das Thrillerschreiben beibringt, ein Cover, das die Blicke der Leser anzieht. Nur alles zusammen als Gesampacket - das passt überhaupt nicht.

 

5 von 10 Punkten

 

Vielen Dank an Ullstein für das Leseexemplar!

 

 

 

 

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