Nesch, Thorsten

Die Kreuzfahrt mit der Asche meines verdammten Vaters

rowohlt-Verlag

336 S., broschiert

9,99€


Seinen Vater hat Jörn nie kennengelernt, und seine Mutter hat auch kein gutes Haar an seinem Erzeuger gelassen. Und trotzdem soll Jörn jetzt den letzten Willen des verstorbenen Vaters erfüllen und dessen Asche gut getarnt in einem Rainmaker zu seinem Geburtsort in Italien bringen. Um an den Ort der Bestimmung zu gelangen, hat der Vater ihm auch noch ein Ticket für eine Kreuzfahrt hinterlassen, außerdem einen Brief für jeden Tag der Reise. Obwohl Jörn das alles ziemlich absurd vorkommt, wünscht er sich doch, diese ewige Leerstelle in seinem Leben zu füllen. Die Suche nach seinen Wurzeln gestaltet sich zu einem abenteuerlichen «Road»-Trip auf den Weltmeeren und zu einer zarten, ganz unerwarteten Liebesgeschichte …


Wieder einmal ein typischer Thorsten Nesch-Roman. Von Idee bis Umsetzung, Cover, Personen, etc. passt hier wieder einmal alles.

Die Idee, einen Roadtrip auf dem Meer zu veranstalten war für mich neu - ich zweifelte zunächst, ob eine Kreuzfahrt genauso interessant sein könnte, wie bspw. ein Roadmovie wie bei Joyride Ost.

Die Umsetzung allerdings ist dem Autor sehr gelungen. Gerade die Dörfer, Orte und Städte, die das Schiff und damit Jörn anfährt sind sehr atmosphärisch beschrieben. Man kann sich als Leser sehr gut mit ihnen identifizieren und hat ein genaues Bild vor Augen.

Auch die Zeit auf dem Schiff ist gut gestaltet - die Gefahr besteht ja, dass es dort eher langweilig wird. Sowohl für Jörn als auch für den Leser. Doch durch verschiedene Szenen und Handlungen wurde diese Gefahr vermieden.

Mit Jörn und Elizabeth, den Hauptfiguren des Romans, hat der Leser zwei authentische, nette und logisch handelnde Protagonisten vor sich. Der Autor stattet sie mit sehr passenden Charakterzügen aus, lässt sie dementsprechend sprechen bzw. Dialoge führen und handeln.

Auch die weiteren Personen, u.a. Jörns Mutter, Mohammad oder Julia tun der Geschichte gut, heitern sie auf, fügen ihr lustige Elemente bei.

Die Idee, zusätzlich zur Asche Briefe zuzulegen, fand ich auch sehr gut. Das frischt das Ganze auch noch mal auf und so lernt man Jörns Vater auch indirekt kennen.

Zum Schluss noch kurz eine Anmerkung zum Cover: Finde ich sehr gelungen, passende farbwahl, schöne Schrift und Gestaltung.


Fazit: Wieder einmal ein tolles Jugendbuch von Thorsten Nesch, an dem man nichts aussetzen kann!






10 von 10 Punkten


Danke an den rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar!!



Kommentar schreiben

Kommentare: 0