Raabe, Melanie

Die Falle

btb

19,99€

352 S., gebunden


Die bekannte Romanautorin Linda Conrads, 38, ist ihren Fans und der Presse ein Rätsel. Seit gut elf Jahren hat sie keinen Fuß mehr über die Schwelle ihrer Villa am Starnberger See gesetzt. Trotz ihrer Probleme ist Linda höchst erfolgreich. Dass sie darüber hinaus eine schreckliche Erinnerung aus der Vergangenheit quält, wissen nur wenige. Vor vielen Jahren hat Linda ihre jüngere Schwester Anna in einem Blutbad vorgefunden – und den Mörder flüchten sehen. Das Gesicht des Mörders verfolgt sie bis in ihre Träume. Deshalb ist es ein ungeheurer Schock für sie, als sie genau dieses Gesicht eines Tages über ihren Fernseher flimmern sieht. Grund genug für Linda, einen perfiden Plan zu schmieden - sie wird den vermeintlichen Mörder in eine Falle locken. Doch was ist damals in der Tatnacht tatsächlich passiert?


Was für ein klasse Thriller! Das muss einfach mal von Anfang an gesagt werden.

Zu Beginn des Buches lernen wir die aus der Ich-Perspektive erzählende Schriftstellerin Linda Conrads kennen. Und mit ihr all ihre "Macken" und psychischen Probleme. Wie zum Beispiel, dass sie sich set gut 10 Jahren in ihrem Haus eingeigelt hat und dieses nicht mehr verlassen hat. Das warum folgt auf dem Fuß: Ein schwerer Verlust - Linda hat ihre Schwester Anna ermordet vorgefunden und auch noch den Täter bei der Flucht gesehen.

Und nun - plötzlich...aus heiterem Himmel entdeckt sie ihn wieder - und fasst einen Plan: Sie will dem Mörder eine Falle stellen, um ihn zu einem Geständnis zu bringen. Ein folgenschwerer Plan (?!).

Leider kann ich hier nicht zu viel verraten, wie die Falle aussieht und was "dabei" passiert. Das würde die Lust am Lesen wegnehmen. Allerdings kann ich sagen, dass dieser Roman unglaublich gut geschrieben ist: Denn mit Linda haben wir eine zerbrochene, psychisch angeschlagene Hauptfigur, die dem damaligen Mörder eine Falle stellen will. Und dadurch, dass aus der Ich-Perspektive geschrieben wird, wird die Spannung extrem hoch gehalten.

Bemerkenswert finde ich, dass ein Großteil des Buches sich im realen Leben wohl nur in wenigen Stunden abspielen würde. Und trotzdem schafft es die Autorin die Spannung so hochzuhalten, dass der Leser gefesselt ist und immer am Ball bleiben möchte.

Die Autorin arbeitet viel mit der Psyche des Menschen, der inneren Angst und der Emotionalität, sodass kein Gemetzel im Vordergrund steht, sondern psychische Angst.

Sehr erfreulich finde ich auch, dass das Ende ein überzeugendes ist. Wer kennt nicht die Bücher, in denen am Ende alles nochmals überzogen zugespitzt wird - hier kämpft die Protagonistin nur um das quälende "warum?" und um ihr eigenes Überleben. Dabei bleibt die Autorin aber realitätsnah! Gut so!

Abschließend noch etwas zum Titel: Passender könnte dieser nicht gewählt sein - doch das wird dem Leser erst zum Ende hin klar... ;-)

Fazit: Ein wirklich grandioser Roman ohne Schwächen mit einer überzuegenden Protagonistin und einer Autorin, die mit den Ängsten und der Psyche des Leser spielt. Eine absolute Leseempfehlung meinerseits!



10 von 10 Punkte


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