Ramadan, Ortwin

T.R.O.J.A. Komplott

Coppenrath Verlag

16,95 €

384 S., gebunden


Du wirst beobachtet, jeden Tag, 24 Stunden live. Und deine Augen sind die Kamera! Gesundheit ist Pflicht. Mit dieser Philosophie ist der 21-jährige Nico aufgewachsen. Wie alle anderen US-Bürger trägt auch er Nanobots in seinen Blutbahnen, die seinen Körper rund um die Uhr überwachen und sogar kleine Operationen vornehmen können. Als Nico als frischgebackener FBI-Agent für das Geheimprojekt T.R.O.J.A. rekrutiert wird, erfährt er allerdings, dass die kleinen Helfer im Körper noch wesentlich mehr können. Wenige Klicks genügen und die Nanobots docken sich an den Sehnerv an. Und schon erhalten die Ermittler Bilder, die direkt aus dem Kopf einer verdächtigen Zielperson kommen. Nico ist fasziniert. Das ist die Revolution im Kampf gegen Kriminalität und Terrorismus. Mit Feuereifer macht der junge Agent sich an seine erste Observation. Doch schon bald kommen ihm Zweifel. Warum ist die 20-jährige Beta überhaupt auf der Liste der Geheimdienste? Und wer steht eigentlich hinter T.R.O.J.A.? Als Nico das Projekt hinterfragt, wird er selbst zum Gejagten. Und vor den Spionen in seinem eigenen Körper scheint es kein Entrinnen zu geben …


Durch den Prolog wird am Anfang eine extreme Spannung aufgebaut. Man ist neugierig, und will sofort wissen, um was es eigentlich geht.

Die folgende Handlung ist dann in drei Stränge unterteilt. Der eine handelt von Nico, der andere von Beta und der dritte von Decroix, dem Chef und Leiter von NTEC, der Firma der Nanobots.

Der Leser fragt sich also schon nach drei Kapiteln, wie diese drei Stränge am Ende zusammenhängen.

Durch das ständige Hin und Her der Handlung erzeugt der Autor eine Spannung, die er das ganze Buch über halten kann. Allerdings auf Kosten der Charaktere - diese sind zwar in Ordnung, entwickeln jedoch nicht wirklich Tiefe. Gerade bei Nico fällt auf, dass er ziemlich naiv handelt: Sobald er seinen FBI-Job hat, sieht er die Welt nur noch aus einer, vom FBI aus vorgegebenen "guten" Richtung.

Der Schreibstil ist dem Buch angemessen - gut, flüssig zu lesen. Die Sätze und Kapitel sind von angenehmer Länge und die Perspektivenwechsel erhöhen die Spannung.

Einen großen Abzug gibt es wegen dem Ende: Man liest und liest - und irgendwann ist das Buch halt fertig. Der Showdown entpuppt sich nicht wirklich als solcher. Auf 20 Seiten bleibt er recht flach und verglichen mit der interessanten und spannenden Handlung auf den vorigen Seiten auch als recht unspektakulär.

Gut fand ich wiederum, wie die Handlungsstränge miteinander verflochten wurden, und dass es nicht nur eine Wende im Geschehen gab. Die Story hat sich gegen Ende dann doch anders entwickelt, als ich zunächst gedacht habe.


Fazit: Ein vom Thema her durchaus interessanter SF-Roman, mit ordentlicher und spannender Umsetzung, aber nicht ganz angemessenen Ende.




 

7 von 10 Punkte

 

 

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