Rode, Tibor

Das Mona-Lisa-Virus

Bastei Lübbe

464 S., broschiert

14,99 €

 

 

In Amerika verschwindet eine Gruppe von Schönheitsköniginnen und taucht durch Operationen entstellt wieder auf. In Leipzig sprengen Unbekannte das Alte Rathaus, und in Mailand wird ein Da-Vinci-Wandgemälde zerstört. Gleichzeitig verbreitet sich auf der ganzen Welt ein Computervirus, das Fotodateien systematisch verändert.
Wie hängen diese Ereignisse zusammen? Die Frage muss sich die Bostoner Wissenschaftlerin Helen Morgan stellen, als ihre Tochter entführt wird und die Spur nach Europa führt - hinein in ein Komplott, das in der Schaffung des berühmten Mona-Lisa-Gemäldes vor 500 Jahren seinen Anfang zu haben scheint...

 

Die Idee des Buches hat mir wirklich gut gefallen. Auch das Fazit und die Kernaussage, die dieser Thriller hinterlassen möchte, ist, gelungen und regt zum Nachdenken an.

Im Grunde geht es in diesem Thriller um das Thema "Schönheit". Tibor Rode wollte vermutlich mit dem Mona-Lisa-Virus einen großen Thriller landen, der an Bücher von Dan Brown o.a. erinnern soll. Leider hat er das aus meiner Sicht nicht geschafft.

Das lag vor allem an dem Prinzip, wie dieser Thriller aufgebaut ist: Zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte, also das, was inhaltlich geschieht, keinerlei Spannung enthielt. Das Einzige, das mich noch daran hielt, weiterzulesen, waren die offenen Fragen, die ich geklärt haben wollte. Die Story selbst nahm dann erst in der Mitte des Buches an Fahrt auf, also zu dem Zeitpunkt, als die vielen Handlungsstränge immer mehr miteinander verknüpft wurden.

Das Buch selsbt besteht nämlich aus einigen dieser Stränge. Sei es der, in dem Helen Morgan herausfindet, wer hinter all dem steckt, oder seien es die Handlungszweige, in denen all die schrecklichen Dinge passieren, die "Schönheit" zerstört wird. Anfangs vielleicht noch etwas viel, laufen die unterschiedlichen Perspektiven doch recht bald zusammen.

Um nochmal zurück zum Thema Dan Brown 2.0 zu kommen: Der Versuch, eine großes Verschwörungsepos mit Moral an die Leser zu schreiben, scheiterte meiner Meinung nach dann zu dem Zeitpunkt, als versucht wurde, mit viel Kabumms und "noch-eine-Schippe-draufsetzen" die Unglaubwürdigkeit, die zumindest anfangs noch nicht so extrem vorhanden war, ins Maximum zu steigern. Schade, denn manchmal ist weniger mehr - vielleicht hätte man auch einen "kleineren" Thriller darausbauen können, bei dem die Grundaussage und der Apell des Autors genauso zur Geltung gekommen wäre. Aber das ist auch nur eine von vielen subjektiven Meinungen.

Schlussendlich möchte ich noch einen kurzen Blick auf die Charaktere, sowie den Schreib- und Erzählstil werfen: Im Vordergrund stehen Helen Morgan sowie Vater und Sohnemann Weisz. Recht schnell klar, war, worauf sowohl die Geschichte als auch der - wie sich dann herausstellte - vorläufige Endgegner hinausliefen. Ansonsten war man bemüht, die Charaktere authentisch darstehen zu lassen (was anhand der Komlexität und "Größe" der Geschichte nicht leicht ist, dennoch ordentlich umgesetzt wurde).

Der Stil ist einfach erklärt: Die Art und Weise des Schreibens war angenehm zu lesen. Durch die kurzen Kapitel und Cliffhanger wurde versucht Spannung aufzubauen (welche ich nur im Mittelteil als solche empfand) und durch die verschiedenen Handlungsstränge geschah der äußerst umfangreiche und dennoch insgesamt interessanten Perspektivwechsel.

 

Fazit: Tolle Grundidee, aber eine Umsetzung des Formates "solala".

 

6 von 10 Punkte

 

 

 

 

 

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