Rose, Karen

Dornenmädchen

Droemer Knaur

896 S., broschiert

16,99 €

 

Gnadenlos gejagt von einem Stalker, flieht Faith an den Ort, der ihr seit ihrer Kindheit Alpträume bereitet: in das abgeschiedene, leerstehende Herrenhaus ihrer Familie, in dem ihre Mutter vor 23 Jahren Selbstmord beging. Hier will sie unter neuer Identität einen Neuanfang wagen. Doch was sie in dem alten Anwesen erwartet, übertrifft all ihre Ängste. Auf der Zufahrtstraße dorthin taumelt ihr eine schlimm zugerichtete, nackte junge Frau vors Auto. Bei den anschließenden Ermittlungen stößt das FBI unter dem Kellerboden der Villa auf sorgfältig präparierte Frauenleichen. FBI-Agent Deacon Novak zweifelt an Faith‘ Unschuld, doch gleichzeitig fasziniert ihn die hübsche Zeugin. Gemeinsam betreten sie einen düsteren Pfad, der weit in Faith‘ Vergangenheit führt.

 

Ein ganz schöner Wälzer, wie sich beim Lesen herausstellt. Der Anfang ist einfach nur fesselnd, was vor allem auch am Erzählstil liegt. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, schon von Anfang an. Man blickt dabei aber eigentlich immer ziemlich gut durch, wo man sich befindet und um was es geht.

Diese Stränge rücken über die Geschichte immer enger zusammen und so steigert sich die Spannung immer mehr. Allerdings gibt es auch eine Sache, bei der ich mich gefragt habe: "Warum?". Und das sind die Ermittlungsarbeiten. Ca. nach 200-250 Seiten stehen die Ermittler noch ungefähr dort, wo sie auf Seite eins standen. Sie haben nichts, aber auch gar nichts herausgefunden, sondern suchen immer wieder neue Verdächtigungen, um Faith hinter Gitter zubekommen. Bis auf Deacon Novak - was wohl daran liegen dürfte, dass Faith ihm immer wieder und immer mehr schöne Augen macht.

Anfangs ist diese nicht wirklich erfolgreiche Ermittlungsarbeit noch ganz interessant, es erzeugt Spannung, da es immer neue und andere Motive gibt. Wenn man aber nach 500 Seiten das Gefühl hat, man hätte die Ermittlungen auf 300 Seiten kürzen können, naja...

Die Charaktere sind dagegen sehr gelungen: Wir erfahren unfassbar viel über die Protagonisten und die Hintergründe dieser (was natürlich auch nicht unbedingt das Buch kürzt...). Das ist meistens aber doch ganz interessant und trägt zur Handlung bei.

Im Mittelteil musste ich mich manchmal echt durchquälen, weil ich das Gefühl hatte, mich ständig im Kreis zu drehen: Dazu kommt noch, dass es ziemlich viele Fakten gibt, die über die Story immer wiederholt werden. Dass Faith 30 Anzeigen gegen ihren Stalker hervorgebracht hat, ist ja erschreckend und schön und gut - aber das muss man doch nicht noch fünf Mal im ganzen Buch ausbreiten und ausdiskutieren... und das ist auch nur eine von einigen Wiederholungen.

Noch was Positives zum Abschluss: das Ende bzw. die Auflösung ist wirklich genial, 1A. Dafür lohnt sich das Buch wirklich. Damit hätte ich überhaupt nicht mehr gerechnet. Ein krasser Twist in der Handlung, von dem ich nicht erwartet hatte, dass er noch kommt.

 

Fazit: Ein spannender Thriller mit Läääääääääängen - dafür aber mit perfektem und überzeugenden Ende.

 

8 von 10 Punkte

 

Danke an Droemer Knaur!

 

 

 

 

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