Scottoline, Lisa

Niemand sieht mich kommen

Rütten & Loening

416 S., broschiert

14,99 €

 

 

Doktor Eric Parrish, der Chef einer psychiatrischen Klinik, hat schon bessere Tage gesehen. Seine Frau will sich von ihm trennen und droht, ihm seine siebenjährige Tochter Hannah wegzunehmen. Eine krebskranke Patientin legt ihm ihren Enkel Max ans Herz, der dringend Hilfe braucht, weil er als Stalker unterwegs ist, und die Medizinstudentin Kristine macht ihm Avancen – und klagt ihn der sexuellen Belästigung an, nachdem er sie abgewiesen hat. Als man ihn auch noch eines Mordes verdächtigt, begreift Eric, dass ihn jemand vernichten will.

 

...und zwar ein Soziopath. Dieser steht im Mittelpunkt des Geschehens und so gibt es nicht nur immer wieder Kapitel aus dessen Sicht (die mir ziemlich, ziemlich gut gefallen haben, was vor allem am Schreibstil lag; dazu nachher noch mehr), sondern auch - thema-bedingt - einige medizinische, psychologsiche und psychiatrische Details, die hier und da geschickt eingefügt wurden. Dadurch wirkte das ganze Szenario authentischer und vor allem spannender. Die Geschichte nimmt schon nach wenigen Seiten Fahrt auf und überrascht immer wieder mit einigen Höhepunkten - vor allem aber mit einem Schluss, mit dem ich so definitv nicht gerechnet habe!

Die Charaktere, allen voran Eric, aber auch einige, "kleinere" Protagonisten wie seine Frau oder Kollegen oder nur die Freundin von Hannah - alle wurden wunderbar ausgearbeitet und vor allem charaktertechnisch wirklich 1A ausgestattet.

1A war auch der Schreibstil: Locker, flüssig und angenehm zu lesen. Dazu kamen die Kapitel, die nicht aus Erics Sicht waren, sondern der seines Gegenspielers, die in Ich-Perspektive geschrieben wurden. Beide Handlungsstränge waren sehr fesselnd und liefen auf ein nicht erwartetes und äußerst packendes Finale zu.

Insgesamt ein wirklich guter und solider Psychothriller, von dem ich vorher keine großen Erwartungen hatte (warum auch immer), aber sehr positiv überrascht worden bin!

 

Fazit: Spannend, raffiniert und voller toller Charaktere. Eine spannende Story dazu und noch ein packender Schreibstil - so gehört sich ein guter Psychothriller!

 

9 von 10 Punkte

 

Danke an Rütten & Loening!

 

 

 

 

 

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