Slaughter, Karin

Pretty Girls

HarperCollins

400 S., gebunden

19,90€

 

 

März 1991. Nach einer Party kehrt die 19-jährige Julia nicht nach Hause zurück. Die eher halbherzig geführten Ermittlungen laufen ins Leere. Eine Leiche wird nie gefunden. Weder die Eltern noch die beiden Schwestern der Vermissten  werden je mit dem Verlust fertig. Vierundzwanzig Jahre später erschüttert eine brutale Mordserie den amerikanischen Bundesstaat Georgia. Und die frisch verwitwete Claire ist vollkommen verstört, als sie im Nachlass ihres verstorbenen Mannes brutales Filmmaterial findet, in dem Menschen ganz offensichtlich vor der Kamera auf grausame Weise ermordet werden. Eines der Opfer glaubt sie zu erkennen. Doch was hatte ihr verstorbener Mann damit zu tun? Wer war der Mensch wirklich, den sie über zwanzig Jahre zu kennen glaubte? Claire begibt sich auf eine lebensgefährliche Spurensuche, die sie immer dichter an eine unfassbare Wahrheit führt. Und an den eigenen Abgrund.

 

Puh. Schwere Kost, das kann  man auf jeden Fall zu Beginn sagen.

Die Story unterteilt sich in drei Lesestränge.

In dem ersten berichtet eine Art Ich-Erzähler von einer Person, eben der 19-jährigen Julia, wie später herauskommt. Dabei spricht er den Leser - in diesem Fall als Julia - direkt mit du an, was schon zu Beginn einen Gänsehauteffekt erzeugt und die Spannung steigert.

Im zweiten Strang geht es dann um Claire. Mehr dazu gleich. Und schließlich im dritten Erzählstrang um Lydia, Claires Schwester. Gerade die beiden letzten Handlungsstränge fügen sich gegen Mitte wunderbar zusammen und wir haben eine flüssige Handlung.

Zum Inhalt gar nicht mehr viel: Das ist oben im Klappentext wunderbar auf den Pun kt gebracht - ohne zu spoilern.

Viel mehr noch zu den Charakteren, die sich unfassbar gut über die Seiten weiterentwickeln und wir sie dabei erleben bzw. begleiten können.

Die Autorin schafft es, eine unheimliche, psychologisch extrem angespannte Atmosphäre zu erschaffen, in der nichts ist, wie es scheint und man niemandem trauen kann/darf.

Die Handlung ist gerade am Anfang und über die Geschichte hinweg immer mal wieder recht verwirrend und man muss erst mal selbst überlegen, was gerade passiert und wie was zusammenhängt. Das gelingt meistens dann aber ganz gut.

Oft sind aber Szenen dabei, die wirklich unglaublich heftig, brutal und grausam sind - stellenweise vielleicht auch zu heftig und vor allem zu detailliert...

Karin Slaughter schafft ein Drama, das in einem Psychothriller endet - und dabei auf grausamste Art und Weise an der menschlichen Psyche klopft und schreckliche Bilder hervorruft. Dabei lässt sie ihre Charaktere sich weiterentwickeln und einsehen, dass nichts so ist, wie es schien.

 

Fazit: Ein Buch, das wirklich nicht ohne ist. Unglaublich raffiniert, stellenweise verwirrend, aber auch wirklich brutal. Nichts für schwache Gemüter.

 

9 von 10 Punkte

 

Danke an HarperCollins.

 

 

 

 

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