Stevens, Chevy

That Night: Schuldig für immer

Fischer-Verlag

464 S., TB

9,99 €



WENN DU SIE NICHT GETÖTET HAST, WER DANN?
Sie haben dich verurteilt. Wegen Mordes an deiner Schwester. Du weißt nicht, was in jener Nacht geschehen ist. Aber du weißt, dass der wahre Mörder irgendwo dort draußen sein muss. Und jetzt kommst du frei.

Als die rebellische Toni achtzehn Jahre alt ist, wird ihre jüngere Schwester Nicole am See ermordet. Man verurteilt Toni und ihren Freund Ryan dafür. Jahre später wird Toni auf Bewährung entlassen. Sie will nur eines: ein neues Leben beginnen. Doch was damals geschehen ist, ist noch lange nicht vorbei …


Das Buch packt am Anfang den Leser sehr. Das liegt vor allem daran, dass im Prinzip aus drei Perspektiven erzählt wird. Eine aktuelle, die gerade jetzt real passiert - Toni wird entlassen. Und zwei Perspektiven aus der Vergangenheit. Zum einen die, in der der Leser erfährt, wie es Toni in ihrem Leben an der Highschool und "drum herum" ging. Und zum anderen die, in der der Leser  Tonis "Knastleben" mitbekommt.

So gibt es zunächst vor allem einen Wechsel zwischen den beiden Sichten aus der Vergangenheit. Dadurch bekommt der Leser Einblicke in die aktuelle Situation, bis Toni dann entlassen wird. Ab dort wird meist aus der dritten Perspektive, also der, welche das Geschehen jetzt gerade beschreibt. Dadurch entsteht natürlich eine große Spannung, indem die Geschehnisse vorher und jetzt miteinander verknüpft werden.


Was mich zunächst einmal verwundert hat, ist, dass nicht wie angenommen Nicole gemobbt wird, sondern Toni. Das kann an der Stelle gesagt werden, ohne dass viel gespoilert wird, denn diese These bestätigt sich schon nach wenigen Seiten.

Vielmehr geht es schließlich um Tonis Leben, was so ein bisschen - geschickterweise - von den Geheimnissen ihrer Schwester Nicole ablenkt. Und um diese geht es ja, da sie später ermordet wird. So führt die Autorin den Leser geschickt aufs Glatteis, indem sie "um den heißen Brei herumredet". ;-) Allerdings so, dass es immer mysteriöser wird. Hängt das Mobbing mit den Geheimnissen von Nicole zusammen? Sind die Mobber schuld an Nicoles Tod? Fragen über Fragen.

Die Antwort, die Chevy Stevens uns dann am Ende präsentiert ist simpel, aber realistisch - und kann gerade dadurch überzeugen.


Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, haben eine gewisse Tiefe und passen zur Gesamtstory. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen.


Fazit: Insgesamt ein wirklich gut durchdachter Thriller, der eigentlich so simpel ist, wobei die Autorin es eben schafft, uns aufs Glatteis zu führen.

Das Buch konnt mich zwar nicht die ganze zeit vom Hocker reißen, weitestgehend aber durchaus überzeugen, weshalb ich gute 8 Punkte (4 Sterne) vergebe!



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