Strobel, Arno

Die Flut

Fischer Verlag

368 S., TB

9,99 €

 

 

Es ist NACHT, sie sind am Strand, HILFLOS, ihm AUSGELIEFERT, sie können sich nicht befreien, und dann kommt die FLUT …

Zwei Pärchen machen Urlaub auf Amrum. In dieser Zeit geschehen grausame Morde. Ein Superintelligenter ist am Werk, um nicht nur den perfekten Mord, sondern die „perfekte Mordserie“ zu begehen. Er entführt Paare und vergräbt nachts bei Ebbe die Frau bis zum Hals im Sand. Den Mann bindet er an einen Pfahl in der Nähe fest, so dass er dabei zusehen muss, wenn seine Frau bei Flut langsam ertrinkt.
Die beschauliche Insel Amrum hat er sich ausgesucht, weil dort normalerweise nie etwas passiert und ihm die entsprechenden Schlagzeilen sicher sind. Das ist es, was er möchte. Die ganze Welt soll erfahren, wie clever er ist. Und es sieht so aus, als hätte er damit Erfolg …

 

Erstklassiger Thriller, bei dem nichts so ist, wie es scheint.

Die Story und die Grundidee ist 1A. Arno Strobel legt keinen Wert auf blutige, grausame Szenen, die bis ins Detail beschrieben werden. Nein! Er erstellt Charaktere, deren psychische und psychologische Entwicklung wahnsinnig spannend zu beobachten ist. Jeder stachelt sich gegen den anderen auf. Einer wächst dem Leser sofort ans Herz, der nervige Ermittler, der in die Katergorie "Arsch****" gehört, liefert den Rest dazu. Strobel lässt uns viele Seiten lang eben diese Entwicklung beobachten. Der Leser verdächtigt mindestens jeden Charakter einmal, der Täter zu sein - bis auf ein, bis zwei Personen... ;-)

Dabei ist die Geschichte nicht extrem spannungsgeladen und die Ermittlungsarbeiten nicht übermäßig erfolgreich. Doch das macht meistens nichts, da man mit den Protagonisten mitfiebert. Die Geschichte fesselt nämlich trotzdem.

Das liegt auch am Schreibstil, der sehr angenehm und schnell und füssig zu lesen ist.

Und dann kommt das Ende und du schlägst dir an den Kopf und denkst "nein!". Und doch ist es so. Auf die Idee muss man erstmal kommen. Klar, im Nachhinein sehr simpel - aber dennoch wirklich toll aufgelöst.

Auch die unterschiedlichen Sichten, die im Buch geschildert werden, sind wirklich spitze und machen das Ganze nur noch spannender. Einmal die Tätersicht. Dann die Sicht der Protagonistengruppe um die beiden Pärchen. Und schließlich das Ermittlerteam.

 

Wer sagt, dieser Thriller sei langweilig, hat das Prinzip und die Idee dahinter nicht verstanden. Diese ist simpel: Wir legen großen Wert auf die Charaktere, ihren Charakter und ihre Entwicklung und lassen sie psychologisch hochinteressant gegeneinader aufbringen. Und das nicht mal ganz direkt, oft nämlich auch indirekt. Tja, und dann kommt der krönende Abschluss - und da soll mir einer mal erzählen, er wusste, wer der Täter ist!

 

Fazit: Klasse Thriller, der nicht auf Schnelligkeit und Brutalität Wert legt, sondern auf die Entwicklung seiner Charaktere.

 

9 von 10 Punkte

 

Danke an den Fischer Verlag.

 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0