Winter, Karen

Wenn du mich tötest

Droemer Knaur

320 S., TB

9,99 €

 

 

Nach Kinlochbervie, einem Küstenort in den schottischen Highlands, verirrt sich niemand zufällig. Deswegen sorgt der deutsche Tourist Julian im einzigen Hotel der Gegend durchaus für Aufsehen. Verdreckt, durchnässt und völlig verstört bittet der Backpacker um Hilfe. Seine Frau Laura, mit der er einige Tage am Strand der einsamen Sandwood Bay verbracht hat, ist verschwunden. Die Polizei steht vor einem Rätsel, und bald gerät Julian selbst unter Verdacht. Dann wird südlich der Bay die Leiche einer Frau angespült; nackt und kaum mehr zu identifizieren ...

 

Ein Psychothriller, dessen Klappentext viel Spannung, Psychospielchen und fesselnde Lesestunden versprach. Leider traf aber nicht all das auf den Inhalt des Buches zu...

Zunächst einmal ist "Wenn du mich tötest" für mich kein Psychothriller; Vorort-Krimi tirfft es schon eher, wobei das nicht negativ sein soll, sondern einfach der Wahrheit entspricht. Für einen Psychothriller fehlen mir doch die psychologischen Elemente, die zwar hier und da auftraten, aber eben nicht im Vordergrund standen. Dort stand mit Gills ein Polizist aus einem kleinen, schottischen Dörfchen, der mal wieder einen seiner wenigen "spektakuläreren" Fälle lösen durfte. Dementsprechend ging er auch recht motiviert zur Sache und stellte die wildesten Verdächtigungen auf, und zwar so, dass der Leser davon auch überzeugt wurde (teilweise) und irgendwann gesagt hat: nagut, dann ist halt Julian doch ein Mörder, der seine Frau umgebracht hat.

Klar, dass da noch etwas hinzukommen muss - Thriller ist schließlich Thriller (auch wenn hier eben eher ein Krimi die korrektere Bezeichnung wäre). Wir Leser verfolgen zu Zweidritteln der Geschichte die Ermittlungsarbeiten von Gills, welche ziemlich interessant gestaltet sind und immer wieder Julian konfrontieren. Das restliche Drittel besteht aus dem jammernden, klagenden und verrücktwerdenden Julian, aus der Sicht der Barkeeperiin des Ortes Emma oder aus Sicht des örtlichen Fischers Peter. Wobei ganz klar Julians und Gills Sichten die wohl spannendsten sind.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und auch sehr locker, sodass man gut vorran kommt. Das liegt auch daran, dass neben den interessanten und durchaus speziellen Charakteren v.a. auch das Setting toll gewählt wurde und dementsprechend auch 1A beschrieben wurde.

Schade aber, dass man ca. nach Zweidritteln des Buches schon wusste, worauf alles hinauslaufen würde.

 

Fazit: Ein durchaus lesenswerter Krimi, der durch spannende Ermittlungsarbeit und Beschreibung des Settings überzeugen kann, nicht aber durch etwaige psychologische Elemente.

 

8 von 10 Punkte

 

Danke an Droemer Knaur für das Leseexmplar.

 

 

 

 

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