Zachariae, Christoph

Ödland - Erstes Buch: Der Keller

self published (Lucid Dreams)

240 S., TB

9,99 €


Vierzig Jahre nach dem Zusammenbruch der Zivilisation haben sich Überlebende in abgeschiedene Enklaven zurückgezogen, in versteckte Keller, alte Bergwerke, verbarrikadierte Dörfer und unzugängliche Stadtteile, denn durch das verwüstete Ödland ziehen bewaffnete Söldnerbanden und greifen auf der Suche nach Essbarem und aufbereitetem Wasser jeden an, der ihnen in die Quere kommt.

Mega, ein neunzehnjähriges Mädchen, wächst in einem Heizungskeller unter einer Universität auf. Die Gemeinschaft aus Wissenschaftlern und ehemaligem Sicherheitspersonal schickt Piloten ins Ödland, um Kontakt zu anderen Enklaven aufzunehmen, doch noch nie ist einer von ihnen zurückgekehrt.

Schließlich wird Mega mit der Mission beauftragt im Osten eine Siedlung zu suchen, die Ersatzteile für die Wasseraufbereitung herstellen kann.

In einem ultraleichten Liegefahrrad wagt sich die letzte Pilotin auf die leeren Autobahnen des Ödlands.

Der Beginn einer gefährlichen Reise.


Von der Art her, dem Klappentext hat ÖDLAND mich zunächst an die Nachtsonne-Chroniken von Laura Newman erinnert. Christoph Zachariae bietet dann allerdings eine völlig andere Dystopie - die es in sich hat: Und damit meine ich die Ideen, die Geschichte, die Umsetzung. Diese konnte mich von Anfang bis Ende vollends überzeugen.

Die Geschichte um Mega wird sehr lebendig - trotz der tristen Umgebung - erzählt. Dazu trägt auch der Perspektivenwechsel bei. Denn immer wieder wechselt die Sicht zu Hagen, einer Art Plünderer. Dieser ist dem Leser von Beginn an unsympathisch und das passt dann auch zu seinem Handlungsstrang.


Zu Protagonistin Mega - ich mag sie einfach. Sie handlet ehrlich, authentisch - einfach so, dass man mit ihr fühlen kann und sie dem Leser sympathisch ist. Ihre Art, ihre Haltung. Das passt zur Story, zum ÖDLAND, das passt einfach ins große Ganze.

Einzig seltsam, bzw. gewöhnungsbedürftig am Anfang ist, dass die Menschen im Keller größtenteils Professoren sind. Sie werden zwar vom Erzähler mit "Hr. Prof XYZ" oder "Fr. XYZ" angesprochen, von Mega aber geduzt. Auch die Anrede mit "Herr/Frau" und "Prof.(essor)" ist zunächst etwas ungewöhnlich, doch das stört den Lesefluss nicht wirklich erheblich.


Und damit auch zum Schreibstil. Der ist sehr angenehm, einfach, gut zu lesen. Auch die Kapitellänge ist übersichtlich und der Perspektivenwechsel, der immer mal wieder - aber nicht regelmäßig -  stattfindet, gelungen.


Die Ideen, die der Autor einstreut und schließlich die Erlebnisse von Mega im ÖDLAND sind auch wunderbar erfrischend: Man könnte meinen, wenn Mega durchs ÖDLAND streift, wäre das langweiliges "Hin- und Hergerenne". Das ist nicht der Fall, da Zachariae immer wieder unvorhergesehene Probleme und Situationen einbaut.


Fazit: Eine wirklich sehr gelungene Dystopie. Ein spannender und mitreißender Auftakt von insgesamt vier Bänden um die mutige Mega. Sehr empfehlenswert!!




10 von 10 Punkte


Danke an den Autor für das Rezensionsexemplar.



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